WM-Fieber in Deutschland: Kindergebete, Wetten und skurrile Rituale vor dem Auftaktspiel
H.-Dieter ReuterWM-Fieber in Deutschland: Kindergebete, Wetten und skurrile Rituale vor dem Auftaktspiel
Die FIFA-Weltmeisterschaft bringt ungewöhnliche Traditionen und hohe Einsätze nach Deutschland
Für das Eröffnungsspiel der deutschen Mannschaft gegen Curaçao wurde ein Kind bezahlt, um für den Sieg zu beten – ein Zeichen dafür, wie weit manche für den Erfolg gehen. Gleichzeitig hat die Wettleidenschaft stark zugenommen: Die Halle 4 fungiert inzwischen als improvisiertes Wettbüro.
Vor dem ersten Spiel der Deutschen setzten die Veranstalter auf die „reine Seele“ eines Kindes, in der Hoffnung, dass dessen Gebete besonders wirksam wären. Doch die Geschichte zeigt: Religiöse Nationen gewinnen selten das Turnier. Das Spiel Frankreich gegen Italien bewies, dass Gebete allein keinen Sieg garantieren.
Wetten bestimmen den Alltag. Pro WM-Spiel werden mehr als drei Dutzend Wetten abgeschlossen, und Urlaub ist während des Turniers ein Fremdwort. Gewettet wird auf alles – von Essen wie Döner Kebabs bis hin zu Dienstleistungen wie dem Tanken eines Autos.
Trotz aller individuellen Bemühungen schenkt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) denen, die mit Ritualen oder anderen Mitteln das Ergebnis beeinflussen wollen, kaum Beachtung.
Die WM entfacht sowohl spirituelle als auch finanzielle Aktivitäten. Kindergebete und flächendeckende Wetten zeigen, wie kreativ Fans das Turnier begleiten. Doch der DFB bleibt gegenüber diesen persönlichen Beiträgen weitgehend gleichgültig.
