Wie Städte junge Menschen mit echten Mitspracherechten halten wollen
Enrico HerrmannWie Städte junge Menschen mit echten Mitspracherechten halten wollen
In ganz Deutschland finden Städte und Gemeinden neue Wege, um junge Menschen in lokale Entscheidungen einzubinden. Von Baden-Württemberg bis Niedersachsen geben Projekte wie Jugend Bewegt und Jugendparlamente Jugendlichen echte Mitspracherechte in ihren Kommunen. Besonders in ländlichen Regionen hofft man, dass solche Initiativen junge Einwohner langfristig binden – und sie davon abhalten, in größere Städte abzuwandern.
In Baden-Württemberg hat sich das Programm Jugend Bewegt bereits in über 40 Gemeinden etabliert. Es motiviert junge Einwohner, die Entwicklung ihrer Städte aktiv mitzugestalten. Der Ansatz ist einfach: In Workshops werden Jugendliche zunächst gefragt, welche Themen ihnen besonders am Herzen liegen.
Ein solches Projekt ist die Zukunftswerkstatt in Kulmbach, wo junge Menschen konkrete Verbesserungen für ihre Kommune entwerfen. In Lingen, Niedersachsen, setzt sich ein Jugendparlament unterdessen für mehr Verkehrssicherheit und bessere Radwege ein. Der dortige Bürgermeister argumentiert, dass ein eigenes Budget für Jugendliche die Arbeit des Stadtrats noch effektiver machen würde.
Viele kleinere Gemeinden stehen vor einem ähnlichen Problem: Junge Menschen fühlen sich in der Politik oft übergangen. Ohne echte Beteiligungsmöglichkeiten verlieren sie das Interesse – oder ziehen sogar weg. Experten betonen zudem, dass praktische demokratische Erfahrungen helfen können, Extremismus vorzubeugen, indem Jugendliche lernen, durch Dialog Veränderungen zu bewirken.
Projekte wie Jugend Bewegt oder das Jugendparlament in Lingen bieten konkrete Lösungen für ländliche Herausforderungen. Sie geben Jugendlichen Einfluss auf lokale Entscheidungen und helfen Gemeinden gleichzeitig, ihre junge Bevölkerung zu halten. Wer sich für ähnliche Initiativen interessiert, kann beim Magazin KOMMUNAL aktuell ein Probeabo mit drei Ausgaben kostenlos testen, gefolgt von einem Jahresabo für 49 Euro.






