Wie ein umstrittenes Buch Erich von Däniken zum Millionär machte
Paula GumprichWie ein umstrittenes Buch Erich von Däniken zum Millionär machte
Erich von Dänikens erstes buch "Erinnerungen an die Zukunft" entwickelte sich nach seinem Erscheinungsjahr 1968 überraschend zu einem Verlagsphänomen. Die umstrittenen Thesen des Schweizer Autors – wonach Außerirdische einst die Erde besucht und die menschliche Zivilisation geprägt hätten – lösten eine breite Debatte aus. Doch hinter dem Erfolg verbarg sich eine unbekannte Zusammenarbeit mit einem ehemaligen NS-Journalisten sowie ein bescheidener Start bei einem Verlag, der kaum an das Projekt glaubte.
Das Manuskript begann als Rohfassung, die Wilhelm Utermann, ein Journalist mit NS-Vergangenheit, der unter dem Pseudonym Wilhelm Roggersdorf schrieb, grundlegend überarbeitete. Als Gegenleistung für seine umfangreichen Bearbeitungen sicherte er sich einen Anteil von einem Drittel der tantiemen. Der Econ Verlag, der das buch veröffentlichte, druckte zunächst nur 6.000 Exemplare – in der Erwartung geringer Nachfrage.
Doch bereits 1969 widerlegte das werk alle Prognosen und wurde zum Bestseller. Seine Behauptungen, dass antike Bauwerke wie die Pyramiden von Gizeh für den Menschen unmöglich zu errichten gewesen seien und daher mit Hilfe außerirdischer Technologie entstanden sein müssten, faszinierten wie provozierten. Von Dänikens Argument, der Mensch sei zu unintelligent für solche Leistungen, heizte die Kontroverse weiter an. Der finanzielle Erfolg des buches veränderte sein Leben grundlegend: Nach 18 Monaten Haft in der Schweiz wegen Steuerhinterziehung fand er sich dank der Verkäufe als wohlhabender Mann wieder. In späteren Jahren wechselte er zu Kopp Verlag, einem Verlag mit Verbindungen zu rechtsextremen und esoterischen Kreisen, bei dem er spätestens seit 2003 veröffentlichte.
Der unerwartete Aufstieg von "Erinnerungen an die Zukunft" prägte von Dänikens Karriere und festigte seinen Platz in den Randbereichen der Geschichtswissenschaft. Trotz der umstrittenen Thesen sicherte die anhaltende Popularität des buches seinen Ideen über Jahrzehnte öffentliche Aufmerksamkeit. Sein Erbe verband ihn in späteren Jahren zudem mit einem Verlag, der dem rechtsextremen Milieu zugerechnet wird.