Wie Archive in Baden-Württemberg zu digitalen Wissenszentren werden
Enrico HerrmannWie Archive in Baden-Württemberg zu digitalen Wissenszentren werden
Landeskonferenz in Emmendingen: Archive als moderne Wissenszentren
Am 23. April 2026 richtete eine landesweite Fachtagung in Emmendingen den Blick auf Archive als zeitgemäße Wissenszentren. Expertinnen und Experten aus Baden-Württemberg kamen zusammen, um zu erörtern, wie sich diese Einrichtungen über die bloße Dokumentenlagerung hinaus weiterentwickeln. Im Mittelpunkt standen auch neue digitale Werkzeuge und der wandelnde öffentliche Zugang zu historischen Quellen.
Die Konferenz vereinte Archivarinnen und Archivare, Historikerinnen und Historiker sowie Digitalexpertinnen und -experten, die über rechtliche Neuerungen, technologische Fortschritte und den Schutz von Kulturgut diskutierten. Ein zentrales Thema war die wachsende Rolle von Archiven als offene, digitale Dienstleister – und nicht mehr nur als Aufbewahrungsorte verstaubter Akten.
Im Rahmen der Veranstaltung besuchten die Teilnehmenden das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen, das persönliche Aufzeichnungen bewahrt und für die Forschung zugänglich macht. Zudem wurde ein virtuelles Stadtmuseum aus Winnenden präsentiert, das verdeutlichte, wie digitale Plattformen Geschichte auf innovative Weise erlebbar machen.
In Ulm kommt bereits ein KI-gestützter Chatbot zum Einsatz, der Bürgerinnen und Bürgern sowie Forscherinnen und Forschern bei Fragen zur lokalen Geschichte weiterhilft. Das Tool durchsucht Archivbestände und liefert in Echtzeit Antworten – so wird historisches Wissen leichter zugänglich.
Die Diskussionen zeigten deutlich: Archive verändern sich grundlegend – sowohl in ihrer Arbeitsweise als auch in der Art, wie die Öffentlichkeit mit ihnen interagiert. Digitale Innovationen und interaktive Projekte erleichtern die Erschließung historischer Quellen. Die Veranstalter betonten, dass diese Entwicklungen Archiven helfen, ein deutlich breiteres Publikum zu erreichen.






