Wärmewende in Baden-Württemberg: Wie der Ausstieg aus Öl und Gas den Alltag verändert
Enrico HerrmannWärmewende in Baden-Württemberg: Wie der Ausstieg aus Öl und Gas den Alltag verändert
Neue partizipative Untersuchung zur Wärmewende in Baden-Württemberg gestartet
Der Südwestrundfunk (SWR) und CORRECTIV untersuchen in einem gemeinsamen Projekt, wie der Ausstieg aus Öl und Gas den Alltag der Bürgerinnen und Bürger verändern wird. Mit Pop-up-Studios, einer Online-Umfrage und einer Plattform für öffentliche Erfahrungen wird die Bevölkerung aktiv einbezogen.
Aktuell basieren noch über 73 Prozent der Wärmeversorgung in der Region auf fossilen Brennstoffen. Doch bis 2040 soll Klimaneutralität erreicht werden – die Kommunen müssen ihre Abhängigkeit von Öl und Gas vollständig überwinden.
Den Auftakt der Untersuchung bilden Pop-up-Studios in drei Städten: Vom 14. bis 22. Oktober macht Stuttgart den Anfang, es folgen Vaihingen an der Enz (28. bis 31. Oktober) und Lörrach (4. bis 8. November). Vor Ort gibt es Informationen und Diskussionen rund um die Wärmewende.
Parallel dazu läuft die Online-Umfrage "Druck im System: Wie betrifft mich die Wärmewende?" zur Erfassung der Bürgermeinungen. Ab dem 17. September sammelt zudem die Plattform CrowdNewsroom persönliche Geschichten und Fragen aus der Bevölkerung.
Finanzielle und personelle Engpässe stellen die Kommunen vor große Herausforderungen: Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass 90 Prozent der Gemeinden mit Finanzierungslücken kämpfen. 66 Prozent benötigen mehr Personal, und 88 Prozent fordern klarere rechtliche Rahmenbedingungen für die Planung. Ohne diese Voraussetzungen ist das Klimaziel 2040 kaum zu erreichen.
Studien zeigen, dass in kleineren Gebieten vor allem Wärmepumpen als Lösung eingesetzt werden, während Großstädte auf Wärmenetze setzen. Doch wie viele baden-württembergische Kommunen bereits offizielle Wärmepläne vorgelegt haben, ist landesweit nicht erfasst. Beispiele wie Bad Friedrichshall und Stammbach verdeutlichen die unterschiedlichen Fortschritte.
Die Wärmewende erfordert schnelles Handeln – bei knappen Fristen und begrenzten Ressourcen. Durch Bürgerbeteiligung via Umfragen und Pop-up-Veranstaltungen sollen die konkreten Auswirkungen auf Haushalte aufgezeigt werden. Die Ergebnisse fließen in die Politikgestaltung ein, um die fossile Wärmeversorgung bis 2040 zu beenden.






