24 January 2026, 10:30

Warkens Apothekenreform stößt auf massiven Widerstand der Branche

Der Eingang zu einer Apotheke mit einem 'Apotheke'-Schild auf der linken Seite, einer Tafel mit Text auf der rechten Seite und beleuchteten Lampen auf dem Dach.

Warkens Apothekenreform stößt auf massiven Widerstand der Branche

Gesundheitsministerin Nina Warken treibt ihre Apothekenreform trotz wachsender Kritik aus den Reihen der Apotheker zügig voran. Der Gesetzentwurf könnte bereits im Dezember die Kabinettsfreigabe erhalten – doch zentrale Bedenken bleiben weiterhin ungeklärt.

Warken hatte einen "Dialog auf Augenhöhe" mit den Leistungserbringern im Gesundheitswesen versprochen. Doch viele in der Branche fühlen sich übergangen, da die Reformen ohne substanzielle Beteiligung vorangetrieben werden.

Das Bundesgesundheitsministerium hat fast 100 Organisationen zu einer Anhörung über die geplante Reform eingeladen. Allerdings ist die Sitzung auf nur zwei Stunden angesetzt – jede Gruppe hat damit kaum mehr als eine Minute Redezeit. Zwar sind Interessenverbände der Industrie vertreten, doch in offiziellen Unterlagen werden keine spezifischen Apothekerverbände als Teilnehmer genannt.

Kritiker werfen der Ministerin vor, es handele sich eher um eine Alibiveranstaltung als um eine echte Konsultation. Warken hat sich bisher nicht bereit erklärt, die umstrittenen Einschränkungen beim Versand verschreibungspflichtiger Medikamente zu überprüfen oder die Forderungen nach stärkerer Vertretung der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) aufzugreifen. Auch die angekündigte Erhöhung der Festbeträge bleibt "in Prüfung". Das Gesetzespaket geht über die Apothekenreform hinaus und ändert Teile der Trinkwasserverordnung im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes. Doch die Einwände der Apotheker scheinen ignoriert zu werden, während Warken die Reformen konsequent vorantreibt.

Ihr Vorgehen erinnert an das ihres Vorgängers Karl Lauterbach, der die Branche ebenfalls mit wenig echtem Austausch zu Veränderungen zwang. Trotz früherer Zusagen, andere Perspektiven zu berücksichtigen, schreiten Warkens Pläne rasant voran. Viele Apotheker fragen sich inzwischen, ob ihre Anliegen im finalen Gesetzeswerk überhaupt Berücksichtigung finden werden.

Der Entwurf soll im Dezember vom Kabinett beschlossen werden – ohne dass die zentralen Forderungen der Apotheker geklärt wären. Die zweistündige Anhörung bietet kaum Raum für eine vertiefte Diskussion, was in der Branche Skepsis am gesamten Verfahren weckt.

Während die Reformen voranschreiten, deutet das Fehlen konkreter Anpassungen bei Festbeträgen, Versandbeschränkungen oder der PTA-Vertretung darauf hin, dass das endgültige Gesetz eher Warkens Vision als den Branchenfeedback widerspiegeln könnte.