Verfassungsschutz beobachtet zwei Freikirchen – und erntet heftige Kritik
H.-Dieter ReuterVerfassungsschutz beobachtet zwei Freikirchen – und erntet heftige Kritik
Das Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg (LfV) steht in der Kritik, weil es zwei Freikirchen überwacht. Ein Nutzer auf Twitter warf der Behörde vor, christliche Gruppen, darunter die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Riedlingen und die Baptistengemeinde "Zuverlässiges Wort" in Pforzheim, Vorrang vor islamistischen Bedrohungen einzuräumen. Das LfV wies den Vorwurf zurück, bestätigte jedoch, sowohl extremistische Netzwerke als auch die betreffenden Kirchen weiterhin zu beobachten.
Auslöser der Debatte war ein Tweet des Nutzers queru_lant, der fragte, warum das LfV sich auf christliche Freikirchen konzentriere, statt islamistische Gefahren in den Blick zu nehmen. Ein Sprecher der Behörde bezeichnete die Anschuldigung als falsch. Gleichzeitig betonte er, dass islamistische Netzwerke nach wie vor höchste Priorität hätten – die Bedrohung durch Dschihadisten werde auch im Januar 2026 weiterhin als hoch eingestuft.
Seit Jahren überwacht das LfV islamistische Gruppen im Land und setzt dafür erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen ein. Dennoch beobachtet die Behörde auch die beiden Freikirchen: die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Riedlingen (einschließlich des zugehörigen Netzwerks bibeltreuer Christen) und die Baptistengemeinde "Zuverlässiges Wort" in Pforzheim.
Die Entscheidung, diese Gemeinden im Blick zu behalten, ist Teil der umfassenderen Bemühungen des LfV, mögliche extremistische Einflüsse zu bewerten. Warum gerade diese Gemeinden unter Beobachtung stehen, erläuterten die Verantwortlichen nicht näher.
Das LfV bleibt damit zwischen der Bekämpfung islamistischer Gefahren und der Beobachtung anderer als relevant eingestufter Gruppen abgewogen. Sowohl die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Riedlingen als auch die Baptistengemeinde "Zuverlässiges Wort" in Pforzheim werden weiterhin geprüft. Gleichzeitig betont die Behörde, dass die Risiken durch dschihadistische Bestrebungen im Land nach wie vor eine intensive Überwachung erfordern.