VdK warnt vor Altersarmut durch geplante Renten- und Gesundheitsreformen
Enrico HerrmannVdK warnt vor Altersarmut durch geplante Renten- und Gesundheitsreformen
Der Sozialverband Deutschland (VdK) hat die jüngsten Pläne zur Kürzung der gesetzlichen Rente und zur Reform der Krankenkassenfinanzierung scharf kritisiert. VdK-Präsidentin Verena Bentele warnte, die geplanten Änderungen würden mehr Menschen in die Armut treiben und einkommensschwache Haushalte unzumutbar belasten. Ihre Stellungnahme erfolgte vor der Kabinettssitzung am Mittwoch, in der über die umstrittenen Vorhaben beraten werden soll.
Bentele verurteilte den Vorschlag von Bundeskanzler Friedrich Merz, die gesetzliche Rente auf ein reines Grundsicherungsniveau zu reduzieren, als "zynisch und realitätsfremd". Eine solche Umstellung würde zentrale Absicherungen wie Hinterbliebenenrenten und Erwerbsminderungsleistungen aushöhlen, so die Präsidentin. Ohne diese Schutzmechanismen drohe eine drastische Zunahme der Altersarmut – besonders bei Gering- und Mittelverdienern.
Zudem wies sie auf die finanzielle Belastung der Beschäftigten hin: 38 Prozent könnten sich bereits keine private Altersvorsorge mehr leisten. Als Entlastungsmaßnahme schlug Bentele vor, die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) an die der Rentenversicherung anzupassen, um Besserverdiener stärker in die Pflicht zu nehmen.
Bei den Gesundheitsreformen kritisierte die VdK-Chefin die Pläne, die beitragsfreie Familienversicherung für Angehörige abzuschaffen und das Krankengeld zu kürzen. Gesundheitsministerin Nina Warken wirft sie vor, chronisch Kranke und einkommensschwache Menschen einseitig zu belasten. Der Verband forderte zudem, dass der Bund die im Bürgergeld-System entstandenen, nicht gedeckten Behandlungskosten übernimmt.
Der vom Expertengremium erarbeitete Referentenentwurf des Gesundheitsministeriums bleibt umstritten, bevor er nun ins Kabinett zur Beschlussfassung geht. Die Einwände des VdK zielen vor allem auf die finanziellen Risiken ab, die die Reformen für sozial Schwache mit sich bringen. Benteles Warnungen unterstreichen die Sorge vor steigender Armut und ungerechter Lastenverteilung. Die Entscheidung des Kabinetts am Mittwoch wird zeigen, ob die umstrittenen Maßnahmen weiterverfolgt werden.






