Ulms Haushaltskrise verschärft sich trotz Steuermehreinnahmen von 25 Millionen Euro
H.-Dieter ReuterUlms Haushaltskrise verschärft sich trotz Steuermehreinnahmen von 25 Millionen Euro
Trotz eines Steuermehreinnahmen von 25 Millionen Euro im Jahr 2025 bleibt die Haushaltslage Ulms angespannt. Die zusätzlichen Einnahmen konnten die finanziellen Probleme der Stadt kaum lindern, da steigende Kosten und unerwartete Ausgaben fast den gesamten Zuwachs auffraßen. Die Verantwortlichen sehen sich nun mit einer wachsenden Schuldenlast und schrumpfender Liquidität konfrontiert.
Der Großteil des Steuerplus' – rund 192 Millionen Euro – stammt aus höheren Gewerbesteuereinnahmen. Doch dieser unerwartete Zuwachs bringt keine langfristige Entlastung, da ein Großteil über das kommunale Finanzausgleichssystem in den kommenden Jahren wieder abgeführt werden muss.
Allein unvorhergesehene Notausgaben beliefen sich auf etwa 12,6 Millionen Euro und belasteten den Haushalt zusätzlich. Gleichzeitig stieg der Bedarf an Sozialleistungen, Integrationsangeboten und Jugendhilfe stark an. Auch Abschreibungskosten verschärften die finanzielle Lage und ließen kaum Spielraum für Manöver.
In der Folge kletterte die Verschuldung Ulms 2025 um rund 31 Millionen Euro auf insgesamt 129 Millionen Euro – der höchste Stand seit 2007 und der größte jährliche Schuldenzuwachs seit 1993. Die Liquidität der Stadt sinkt weiter, und auch in diesem Jahr werden keine Mittel für die Sanierungs- und Modernisierungsrücklage zurückgelegt.
Der Finanzbericht 2025 zeigt: Ulms Schuldenstand erreicht den höchsten Wert seit fast zwei Jahrzehnten. Da die Steuermehreinnahmen bereits weitgehend aufgebraucht sind, bleibt die Stadt vor der Herausforderung, ihren Haushalt auszugleichen. Kurzfristige Verbesserungen bei der Infrastrukturfinanzierung oder den finanziellen Rücklagen sind nicht in Sicht.






