Ukrainische Delegation aus Bilhorod-Dnistrowskyj stärkt Partnerschaft mit Ulm und Neu-Ulm
Harry GirschnerUkrainische Delegation aus Bilhorod-Dnistrowskyj stärkt Partnerschaft mit Ulm und Neu-Ulm
Eine Delegation aus der ukrainischen Stadt Bilhorod-Dnistrowskyj besuchte vom 26. bis 29. Januar 2026 Ulm und Neu-Ulm. Ziel der Reise war die Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich nachhaltiger Infrastruktur, mit Schwerpunkt auf Wasser-, Energie- und Abfallmanagement. Den Auftakt bildeten Besichtigungen zentraler Infrastrukturstandorte. Die Delegierten informierten sich über Müllverbrennungsanlagen, Biomasse- und Fernwärmeanlagen sowie Kläranlagen. Zudem trafen sie sich mit Vertretern der SWU Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, um über Wasserkraft und Trinkwasseraufbereitung zu sprechen. Die Gespräche beschränkten sich nicht auf fachliche Themen. Die Gruppe tauschte sich mit der ukrainischen Diaspora, lokalen Initiativen und politischen Verantwortungsträgern aus, darunter die Oberbürgermeister beider Städte. Im Mittelpunkt standen die Stärkung der Beziehungen und die Erschließung neuer gemeinsamer Projekte. Auf der Biogas-Fachmesse knüpfte die Delegation Kontakte zu Experten wie Dr. Andreas Lemmer, dem Leiter des Landesinstituts für Agrartechnik und Bioenergie an der Universität Hohenheim. Die Gespräche drehten sich um praktische Lösungen für Ressourceneffizienz, wobei jedoch keine konkreten Technologien für eine direkte Umsetzung in Bilhorod-Dnistrowskyj benannt wurden. Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger betonte die Widerstandsfähigkeit der Partnerschaft und verwies auf den Wandel von der Nothilfe hin zu langfristiger Zusammenarbeit. Ihr Amtskollege Martin Ansbacher hob den gegenseitigen Lernprozess hervor und lobte sowohl den Einsatz Bilhorod-Dnistrowskyjs als auch die innovativen Ansätze der Gastgeberstädte. Die Begegnung baute auf einer Partnerschaft auf, die im Frühjahr 2023 nach dem russischen Angriffskrieg entstanden war. Seither leisten Ulm und Neu-Ulm kontinuierliche Unterstützung – vom akuten Hilfseinsatz bis hin zu technischen und kapazitätsbildenden Projekten. Der Besuch festigte die praktische Zusammenarbeit zwischen den Städten. Die Delegation kehrte mit Erkenntnissen zu effizientem Ressourcenmanagement zurück, auch wenn vorerst keine direkten Technologietransfers vereinbart wurden. Die Partnerschaft entwickelt sich weiter, mit Fokus auf strukturierten Wissensaustausch und nachhaltige Entwicklung.