Trumps Nobelpreis-Witz wird zur bitteren Realität – doch die Auszeichnung geht an jemand anderen
Paula GumprichGuido Cantz: Trump lässt Satiriker alt aussehen - Trumps Nobelpreis-Witz wird zur bitteren Realität – doch die Auszeichnung geht an jemand anderen
Ein Witz des Komikers Guido Cantz über Donald Trump und den Friedensnobelpreis ist auf unerwartete Weise Wirklichkeit geworden. Jahre, nachdem er den damaligen US-Präsidenten für dessen Ehrgeiz auf die Schippe genommen hatte, ging die Auszeichnung an eine völlig andere Person – während Trump selbst vehement auf Anerkennung gedrängt hatte.
In früheren Auftritten scherzte Cantz, Trump werde sich den Friedensnobelpreis "mit Gewalt nehmen", falls er ihn nicht gewinne. Damals klang die Bemerkung übertrieben, doch später behauptete Trump tatsächlich, er habe den Preis für die Beendigung von acht Kriegen verdient. Er schrieb sogar an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre, um nachzufragen, warum er ihn nicht erhalten habe.
Das Norwegische Nobelkomitee, das vom norwegischen Parlament bestimmt wird, verlieh den Preis für 2025 schließlich an die venezolanische Aktivistin María Corina Machado. Unterdessen machten Trumps ständige Kontroversen Witze über ihn zur Herausforderung. Cantz bemerkte, dass Satire über den Ex-Präsidenten oft schon nach Tagen veraltet wirkte – angesichts der Flut seiner Aussagen und Handlungen. Für Komiker wie Cantz war Trumps Unberechenbarkeit ein Problem: Was als harmloser Scherz über den Nobelpreis begann, entwickelte sich zu einer realen Wendung – nur nicht zu der, die Trump sich erhofft hatte.
Der Friedensnobelpreis 2025 ging an Machado, nicht an Trump. Cantz’ alter Witz bleibt nun als ironische Fußnote in einer Geschichte, in der die Realität die Satire überholte. Trumps eigene Bemühungen, die Auszeichnung zu erlangen, endeten ohne jede Anerkennung des Komitees.