10 May 2026, 16:17

Telematikinfrastruktur: Frist für Therapeuten wird um zwei Jahre verschoben

Schwarz-weißer Architekturplan des Rosenhof-Krankenhauses in Hamburg, Deutschland, der detaillierte Layout mit zahlreichen Drähten und beschrifteten Räumen, Fluren und Merkmale auf altem Papier zeigt.

Telematikinfrastruktur: Frist für Therapeuten wird um zwei Jahre verschoben

Frist für Anbindung von Therapie- und Hilfsmittelanbietern an die Telematikinfrastruktur wird um fast zwei Jahre verschoben

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Die Frist für Therapeuten und Anbieter von medizinischen Hilfsmitteln, sich an die deutsche Telematikinfrastruktur (TI) anzuschließen, wurde um nahezu zwei Jahre verlängert. Ursprünglich für Anfang 2026 geplant, gilt nun der 1. Oktober 2027 als neuer Stichtag. Die Verschiebung folgt anhaltenden Problemen mit der elektronischen Verordnung (E-Rezept) sowie Bedenken von Fachverbänden.

Von der Änderung betroffen sind rund 90.000 Leistungserbringer. Während einige, wie der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK), die zusätzliche Zeit begrüßen, geraten andere unter finanziellen Druck. Der Verband kritisierte, dass die aktuellen TI-Anwendungen kaum Nutzen brächten, dafür aber hohe Kosten verursachten.

Besonders hart trifft die Verzögerung den IT-Dienstleister Cherry. Geschäftsführer Oliver Kaltner übt scharfe Kritik und warnt vor Millionenverlusten durch entgangene Einnahmen, die vor allem kleine und mittlere Unternehmen belasten würden. Zudem bremse die Verschiebung die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland aus.

Um die Verluste auszugleichen, treibt Cherry nun hochmargige Ersatzprojekte voran. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf Softwarelösungen, darunter TMS (Terminmanagementsysteme) und TIM (Telematik-Infrastruktur-Module). Das Deutsche Medizinische Rechenzentrum (DMRZ) rät Leistungserbringern unterdessen, sich frühzeitig an die TI anzubinden. Wer bis zur letzten Minute warte, riskiere, entscheidende Vorteile zu verpassen.

Die verlängerte Frist gibt den Anbietern mehr Zeit zur Vorbereitung. Der Verband appelliert jedoch, diese Phase sinnvoll zu nutzen, um die Infrastruktur für Therapie- und Hilfsmittelleistungen zu verbessern.

Mit dem neuen Stichtag 1. Oktober 2027 erhalten die Leistungserbringer 21 zusätzliche Monate für die Umsetzung. Wer zögert, könnte frühe Vorteile verschenken, während Unternehmen wie Cherry ihre Strategien anpassen müssen, um Umsatzeinbußen zu kompensieren. Die Verschiebung zeigt einmal mehr die Herausforderungen, die digitale Fortschritte mit praktischen Erfordernissen in Einklang zu bringen.

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