Supermarkt in Mosbach bietet Arztbesuche per Videosprechstunde an
Enrico HerrmannSupermarkt testet Arzttermine zwischen Käse und Kasse - Supermarkt in Mosbach bietet Arztbesuche per Videosprechstunde an
Supermarkt in Mosbach testet neues Konzept gegen Ärztemangel auf dem Land
In einem Kaufland-Markt in Mosbach können Kundinnen und Kunden nun per Videosprechstunde Ärzte konsultieren – direkt in einem eigens eingerichteten "Medical Room" im Supermarkt in der Nähe. Das Pilotprojekt soll Patienten helfen, die Schwierigkeiten haben, Termine zu bekommen oder mit langen Wartezeiten kämpfen.
Die Initiative mit dem Namen "S Medical Room" fungiert als Außenstelle des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in Neckarsulm. Hier können Patientinnen und Patienten Ärzte aus der Ferne konsultieren und bei Bedarf Rezepte erhalten. Die Räumlichkeiten und die medizinische Ausstattung stellt die Schwarz Gruppe – die Muttergesellschaft von Kaufland – zur Verfügung, die die Flächen an den Gesundheitsdienstleister Sana vermietet.
Die Telemedizin im Supermarkt richtet sich vor allem an leichtere Beschwerden wie Husten, Erkältungen oder Heiserkeit. Schwere Infektionen oder Fälle, in denen Blutdruckmessungen oder Antibiotika nötig sind, können jedoch nicht behandelt werden. Beteiligt an dem Projekt sind die Unternehmen Medivice (bzw. Medivise), Sana und Kaufland; die Sprechstundenkabine befindet sich in der Nähe des Markteingangs. Der Hausärzteverband Baden-Württemberg begrüßt das Angebot als sinnvolle Ergänzung zur bestehenden Versorgung – betont aber, dass solche Dienstleistungen mit den örtlichen Hausärzten vernetzt werden müssten.
Währenddessen testen auch andere Händler wie dm, Lidl und Rossmann gesundheitsbezogene Services, darunter rezeptfreie Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.
Das Mosbacher Projekt bietet Landpatienten, die nur schwer an Ärzte kommen, eine neue Option. Durch die Verbindung von Supermarkt-Alltag und Telemedizin entsteht eine – wenn auch begrenzte – sofortige Lösung. Dass weitere Händler ähnliche Ansätze verfolgen, deutet auf einen wachsenden Trend hin: die Verzahnung von Gesundheitsversorgung und Einkaufsroutine.