Stuttgarts Wirtschaft leidet unter Bürokratie und mangelnder Unterstützung durch die Stadt
Enrico HerrmannIHK kritisiert mangelnde Wirtschaftspolitik in Stuttgart - Stuttgarts Wirtschaft leidet unter Bürokratie und mangelnder Unterstützung durch die Stadt
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Stuttgart hat Oberbürgermeister Frank Nopper scharf dafür kritisiert, lokale Unternehmen nicht ausreichend zu unterstützen. In einer Stellungnahme vom 14. November 2025 warf die IHK der Stadt vor, durch mangelnde Kommunikation, steigende Steuern und das Fehlen einer klaren Wirtschaftstrategie Investitionen und Wachstum in der Region zu behindern.
IHK-Hauptgeschäftsführerin Susanne Herre benannte mehrere zentrale Problemfelder: Die Stadt habe die Gewerbesteuern erhöht, ohne die Unternehmen zuvor zu konsultieren. Zudem erschwerten bürokratische Hürden und die zögerliche Digitalisierung den Geschäftsbetrieb. Die Kammer verwies außerdem auf anhaltende Verzögerungen bei Baugenehmigungen und Ineffizienzen in der Ausländerbehörde als erhebliche Hindernisse für die Wirtschaft.
Herre betonte, dass Stuttgart zwar globale Handels- oder Zollregeln nicht beeinflussen könne. Die Stadt könne jedoch die Rahmenbedingungen vor Ort verbessern – etwa durch Bürokratieabbau, schnellere digitale Dienstleistungen und eine engere Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Die IHK forderte eine klare Wirtschaftspolitik, um Investitionen anzuziehen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Eine direkte Reaktion von Oberbürgermeister Nopper auf die Forderungen steht noch aus. Die IHK warnt, dass Stuttgart ohne rasches Handeln weiter im wirtschaftlichen Vergleich zu anderen deutschen Städten zurückfallen droht.
Die Kritik der Kammer konzentriert sich auf konkrete Maßnahmen, die die Stadt kurzfristig umsetzen könnte. Schnellere Genehmigungsverfahren, geringere bürokratische Belastungen und ein besserer Dialog mit Unternehmen gelten als unverzichtbar. Ob Stuttgart diese Appelle aufgreift, bleibt abzuwarten.