Stefan Evers übernimmt Berlins Kulturressort nach Wedl-Wilsons Rücktritt
Paula GumprichStefan Evers übernimmt Berlins Kulturressort nach Wedl-Wilsons Rücktritt
Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson trat am Freitag nach einem kritischen Prüfbericht von ihrem Amt zurück. Ihr Rückzug ebnete den Weg für eine Neubesetzung, die bei einer CDU-Sitzung am Dienstagabend beschlossen wurde. Stefan Evers, der bisherige Finanzsenator der Stadt, übernimmt nun zusätzlich das Kulturressort.
Wedl-Wilson, eine parteilose Beamtin, verließ ihr Amt nach den Feststellungen des Berliner Rechnungshofs. Der Bericht hatte rechtswidrig genehmigte Fördergelder für Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus aufgedeckt. Ihr Ausscheiden schuf dringenden Handlungsbedarf für eine Nachfolge.
Zunächst galt Thomas Heilmann (CDU) als aussichtsreicher Kandidat. Doch bei der Dienstagssitzung entschieden sich die CDU-Kreisvorsitzenden stattdessen für Stefan Evers. Berlins Regierender Bürgermeister und CDU-Landesvorsitzender Kai Wegner nahm an der Sitzung teil, in der die Entscheidung fiel.
Evers, der bereits als Finanzsenator amtiert, wird nun beide Ressorts bis zu den Landeswahlen im September 2026 leiten. Derzeit ist er in die Verhandlungen über den Berliner Kapitalfinanzierungsvertrag eingebunden. Die zusätzliche Aufgabe bedeutet, dass er in den kommenden Monaten parallel zu seinen bestehenden Pflichten auch die Kulturpolitik verantworten wird.
Evers übernimmt das Amt in einer Phase, in der Berlins kulturelle und finanzielle Prioritäten besonders unter die Lupe genommen werden. Seine Doppelfunktion wird bis zu den anstehenden Landeswahlen andauern. Der Wechsel folgt auf Wedl-Wilsons Rücktritt und die Entscheidung der CDU, die Führung neu zu ordnen.






