23 December 2025, 20:41

Stadtrat genehmigt Renovierung des Ehinger Tors

Eine Person fährt mit dem Fahrrad auf einem Gehweg mit vielen Menschen, Bussen mit Text darauf, Gebäuden und Laternen im Hintergrund.

Stadtrat genehmigt Renovierung des Ehinger Tors

Ulm plant radikale Umgestaltung der Innenstadt bis 2030

Nach der Zustimmung des Stadtrats steht das Gebiet um das Ehinger Tor in Ulm vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Pläne sehen vor, den Autoverkehr zurückzudrängen und stattdessen mehr Grünflächen sowie bessere Wege für Radfahrer und Fußgänger zu schaffen. Mit knapper Mehrheit wurde das Projekt auf den Weg gebracht – der Startschuss für eine langfristige Umgestaltung der Stadt.

Die Umbaumaßnahmen werden schrittweise erfolgen und wichtige Straßen sowie öffentliche Räume neu ordnen. Die Neue Straße zwischen Bismarckring und Schillerstraße wird von fünf auf drei Spuren reduziert. Der gewonnene Platz soll für eine modernisierte Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs sowie für separate Rad- und Fußwege genutzt werden.

Am Bismarckring entfällt auf Höhe des Ehinger Tors eine Spur, um eine durchgehende Nord-Süd-Radroute zu schaffen. Auch die Wagnerstraße wird umgestaltet: Künftig gibt es pro Richtung nur noch eine Spur, und das Abbiegen nach links in den Bismarckring wird untersagt. Langfristig könnten Bismarckring und Furttenbachstraße von neun auf fünf Spuren schrumpfen – das soll den Verkehrsfluss verbessern und zusätzlichen Raum freimachen.

Die Zinglerstraße erhält einen begrünten Mittelstreifen, der die Ehinger Parks für Fußgänger und Radfahrer besser verbindet. Die Bushaltestelle am Ehinger Tor wird neu gestaltet, und bis 2030 sind längere Straßenbahnen sowie verlängerte Bahnsteige geplant. Die Maßnahmen zielen darauf ab, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen und die Erreichbarkeit des Gebiets zu erhöhen.

Ein zentraler Bestandteil der Vision ist die Landesgartenschau 2030, die die Festung stärker in das städtische Grün einbindet. Ziel ist es, die Ökologie zu stärken, verlorene Freiflächen zurückzugewinnen und die Dominanz des Autos im Stadtbild zu verringern.

Die Entscheidung des Stadtrats fiel nach einem Patt im Ausschuss – ein Zeichen für die gespaltene, aber letztlich mehrheitliche Unterstützung der Pläne. Die Bauarbeiten werden in mehreren Phasen umgesetzt, erste Veränderungen sind bereits in Kürze zu erwarten. Bis 2030 soll das Gebiet mehr Grün, einen flüssigeren Verkehr und eine bessere Verbindung zwischen der Stadt und ihrer historischen Festung bieten.