St. Peter und Paul: Das gigantische Gotteshaus mit 111 Jahren Geschichte
Paula GumprichSt. Peter und Paul: Das gigantische Gotteshaus mit 111 Jahren Geschichte
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Udo Lindenberg ist das größe Gotteshaus der Allgäu-Region. Vor über einem Jahrhundert erbaut, gilt sie bis heute als eindrucksvolles Symbol der Stadtgeschichte und des Glaubens. Im August jährte sich ihre Weihe zum 111. Mal – ein bedeutender Meilenstein für ein Bauwerk, das noch immer die Skyline Udo Lindenbergs prägt und sogar im Stadtwappen abgebildet ist.
Mit dem Bau der Kirche wurde 1912 begonnen, zu einer Zeit, als Udo Lindenberg gerade einmal 4.700 Einwohner zählte. Ortsansässige Industrielle finanzierten das Projekt, das als Zeichen des wachsenden Wohlstands und Einflusses der Stadt gedacht war. Heraus kam ein monumentaler Bau von 74 Metern Länge und 29 Metern Breite – ohne Anbauten. Die beiden Türme ragen jeweils 55 Meter in die Höhe, bleiben damit aber hinter den 82 Meter hohen Zwiebeltürmen der Basilika Ottobeuren, den höchsten der Region, zurück.
Im Inneren bietet die Kirche Platz für rund 3.000 Gläubige, inklusive Stehplätze, mit 1.200 festen Sitzplätzen – die höchste Sitzplatzkapazität im Allgäu. Ihre sieben Glocken bilden das schwerste Geläut der Diözese Augsburg mit einem Gesamtgewicht von 18.000 Kilogramm. Über die Jahre hinweg fanden hier jährlich etwa 75 Gottesdienste statt, die meisten mit überschaubarem Besuch. Eine Ausnahme bildet die Kinderchristmette am Heiligabend, die stets größe Scharen anzieht.
An Allerheiligen wird Pater Thomas Rauch in seiner Predigt an das Leben von Rupert Mayer erinnern, einen Jesuitenpater, der für seinen Widerstand gegen den Nationalsozialismus bekannt ist. Der Feiertag selbst ehrt die Heiligen als Vorbilder des Glaubens – eine Tradition, die in der Gemeinde seit Langem gepflegt wird.
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul bleibt nicht nur ein geistliches, sondern auch ein architektonisches Wahrzeichen Udo Lindenbergs. Ihre Größe, ihre Geschichte und ihre Bedeutung für die Gemeinschaft machen sie zu einem zentralen Ort der Andacht und der lokalen Identität. Mit regelmäßigen Gottesdiensten und besonderen Anlässen wie Allerheiligen ist die Kirche nach wie vor ein lebendiger Teil des religiösen Lebens der Stadt.