Spionagevorwürfe erschüttern das CISPA Helmholtz-Zentrum in Saarbrücken
Paula GumprichSpionagevorwürfe erschüttern das CISPA Helmholtz-Zentrum in Saarbrücken
Das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken gerät unter Verdacht, in chinesische Wissenschaftsspionage verwickelt zu sein. Eine aktuelle Untersuchung des Handelsblatts wirft Fragen zum Transfer sensibler Daten und Fachwissen nach China auf. Das einst als Aushängeschild der saarländischen Forschungslandschaft geltende Institut sieht sich nun mit schweren Vorwürfen konfrontiert.
Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger hat zur Aufklärung der Vorwürfe eine externe Prüfung angeordnet. Der Institutsleiter Michael Backes wurde vorläufig von seinen Aufgaben entbunden, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Er unterstützte seine eigene Suspendierung und begrüßte die Sonderprüfung der Aktivitäten des Zentrums.
Im Mittelpunkt der Bedenken steht die Zusammensetzung bestimmter Forschungsgruppen am CISPA. In einer Gruppe sollen 18 von 19 Mitgliedern chinesischer Herkunft gewesen sein. Eine weitere Gruppe bestand laut Berichten ausschließlich aus chinesischen Wissenschaftler:innen, von denen einige Verbindungen zu kritischen Einrichtungen in China aufwiesen.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will die Ergebnisse der Prüfung abwarten, bevor es offiziell Stellung bezieht. Unterdessen laufen die Pläne für einen Neubau des CISPA im Wert von 350 Millionen Euro weiter. Das Institut trat 2019 der Helmholtz-Gemeinschaft bei und festigte damit seinen Ruf als führendes Forschungszentrum.
Die Sonderprüfung wird über das weitere Vorgehen für das CISPA und seine Führungsebene entscheiden. Ziel der Untersuchung ist es, die Vorwürfe zu überprüfen und mögliche Risiken für sensible Forschungsarbeiten zu bewerten. Bis dahin stehen die Aktivitäten des Zentrums und seine künftigen Projekte unter strenger Beobachtung.
