SPD in Baden-Württemberg kämpft um politisches Überleben vor der Wahl
Enrico HerrmannSPD-Kampagnenmanager sieht schwierige Situation für seine Partei - SPD in Baden-Württemberg kämpft um politisches Überleben vor der Wahl
Die SPD in Baden-Württemberg kämpft im aktuellen Wahlkampf um Aufmerksamkeit. Die einst starke Partei wird inzwischen von Grünen und CDU überstrahlt. Intern wächst die Frustration, da Medieninteresse und Wählergunst schwinden.
In den vergangenen 20 Jahren hat die SPD im Land kontinuierlich an Boden verloren. 2006 erreichte sie noch 25,1 Prozent und landete auf Platz zwei. Seither sackte die Unterstützung auf 22,7, dann 18,6 und schließlich 15,1 Prozent im Jahr 2021 ab – damit rutschte sie auf den vierten Platz. Umfragen für 2026 deuten an, dass die Partei erstmals unter 15 Prozent fallen könnte.
Spitzenkandidat Andreas Stoch gibt zu, dass es der SPD schwerfällt, ein eigenes Profil zu schärfen. Er macht die mediale Fokussierung auf Grünen und CDU für den Schwungverlust verantwortlich. Dennoch bleibt er entschlossen, die Partei im zweistelligen Bereich zu halten und die 11 Prozent vom letzten Mal zu übertreffen.
Vor Ort berichten SPD-Kandidat:innen von positiven Begegnungen an Infoständen. Doch der zermürbende Winterwahlkampf hat seine Spuren hinterlassen. Daniel Krusic, Landesvorsitzender der Jusos, beschreibt die Stimmung als bedrückend. Mit dem Wahlsonntag in dieser Woche zeigt er sich erleichtert, dass der Wahlkampf bald vorbei ist.
Der Niedergang der SPD spiegelt einen grundlegenden Wandel in Baden-Württembergs politischem Gefüge wider. Die Partei steht nun vor der Herausforderung, in einem Land, in dem Grünen und CDU dominieren, wieder Fuß zu fassen. Kurzfristig geht es darum, in den Umfragen nicht weiter abzurutschen.






