Sondierungsgespräche in Baden-Württemberg: CDU und Grüne starten mit Eiskaltem Klima
Harry GirschnerSondierungsgespräche in Baden-Württemberg: CDU und Grüne starten mit Eiskaltem Klima
Zwei Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg bleiben die Spannungen zwischen CDU und Grünen hoch. Erste Sondierungsgespräche haben begonnen, doch die Stimmung ist angespannt. Beide Seiten trafen getrennt voneinander am Verhandlungsort in Stuttgart ein – ein unruhiger Auftakt für die Verhandlungen.
Die Grünen erreichten als Erste das Tagungszentrum der Katholischen Kirche, betraten es jedoch von der Fußgängerzone aus. Die CDU-Vertreter kamen später und nutzten einen anderen Eingang. Im Inneren hatten die Grünen Getränke sowie Brezeln mit Butter bereitgestellt – eine kleine Geste, die wenig dazu beitrug, die angespannte Atmosphäre zu entkrampfen.
Noch vor Beginn der Gespräche geriet Innenminister Thomas Strobl (CDU) mit Journalisten aneinander. Manuel Hagel von den Grünen wies ihn umgehend zurecht. Strobl unterschied später zwischen zwei Flügeln innerhalb der Grünen: den "Kretschmann-Grünen" und den "Özdemir-Grünen".
Die CDU fordert mehr Ministerien als die Grünen – ein Schritt, der zu einer Pattsituation in der Landesregierung führen würde. Gleichzeitig werfen CDU-Funktionäre den Grünen vor, im Wahlkampf eine Schmierenkampagne betrieben zu haben. Hagel berichtete unterdessen von Beleidigungen und drohenden Nachrichten in sozialen Medien seit der Wahl.
Mit 42 Sitzen im Landtag hat die CDU zwar eine starke Position, doch eine Zusammenarbeit mit den Grünen scheint schwierig. Beide Seiten gingen mit tiefen Vorbehalten und kaum Kompromissbereitschaft in die Verhandlungen.
Das erste Treffen endete ohne Ergebnis. Die Forderung der CDU nach mehr Ressorts und die Vorwürfe wegen Wahlkampfmanipulation haben die Beziehungen weiter belastet. Ob eine tragfähige Einigung möglich ist, werden die weiteren Gespräche zeigen.






