Solar-Pionier InnPro meldet überraschend Insolvenz an – 1.800 Anleger betroffen
Enrico HerrmannSolar-Pionier InnPro meldet überraschend Insolvenz an – 1.800 Anleger betroffen
Das auf Solarenergieprojekte spezialisierte Unternehmen InnPro hat beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenz angemeldet. Von der Entscheidung sind 20 Mitarbeiter sowie rund 1.800 Investoren betroffen, die in die 450 abgeschlossenen Anlagen des Unternehmens investiert haben. Geschäftsführer Marc Schnieringer gab die Insolvenz am Montag bekannt und rief zu Geduld auf, während ein Insolvenzverwalter bestellt wird.
InnPro, 2011 gegründet, hatte sich im Bereich der erneuerbaren Energien einen Namen gemacht und im Laufe der Jahre etwa 450 Photovoltaik-Projekte realisiert. Im Juli 2023 startete das Unternehmen den PV Marktplatz, eine Vergleichsplattform für Direktinvestitionen in Solaranlagen. Der Service richtete sich an private und semi-professionelle Anleger, die nach unabhängigen, wirtschaftlich tragfähigen Photovoltaik-Systemen suchten.
Das Unternehmen bewarb die Plattform zudem als Möglichkeit, von der deutschen Investitionsabzugsbetrags-Regelung (IAB) zu profitieren. Bereits im September 2023 übertrug InnPro den PV Marktplatz jedoch an die Sunlife Group. Marc Hegemann, zuvor Vertriebsleiter bei InnPro, übernahm die Geschäftsführung der Plattform unter der neuen Eigentümerschaft. Trotz der Insolvenz bleibt der PV Marktplatz weiterhin aktiv – wenn auch nicht mehr unter der Kontrolle von InnPro. Noch am Montag wurde der Anwalt Philipp Grub um 13 Uhr zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, nachdem Schnieringer den finanziellen Zusammenbruch bekanntgegeben hatte.
Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird nun über die Zukunft der Vermögenswerte und laufenden Projekte von InnPro entschieden. Investoren und Mitarbeiter müssen auf weitere Updates warten, während der Verwalter die Lage prüft. Die Plattform PV Marktplatz bleibt unterdessen unter separater Führung in Betrieb.