Schwerer Angriff auf Bahnmitarbeiterin: Schwarzfahrer wird gewalttätig
H.-Dieter ReuterSchwerer Angriff auf Bahnmitarbeiterin: Schwarzfahrer wird gewalttätig
Eine Zugbegleiterin der Deutschen Bahn ist auf der Strecke zwischen Stuttgart und Crailsheim brutal angegriffen worden, nachdem sie einen Schwarzfahrer zur Rede gestellt hatte. Die 42-jährige Frau mit makedonischen Wurzeln hatte zunächst ein Bußgeld verhängt, bevor der Mann aggressiv wurde und sie tätlich angriff. Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie gewalttätiger Übergriffe auf Bahnmitarbeiter ein. Erst kürzlich war in Rheinland-Pfalz ein Schaffner der Deutschen Bahn nach einer Attacke seinen Verletzungen erlegen. Der Angriff ereignete sich, als die Zugbegleiterin einen 21-jährigen Fahrgast nach einem Ausweisdokument fragte, nachdem dieser kein gültiges Ticket vorzeigen konnte. Statt zu kooperieren, spuckte der Mann – später als 26-jähriger griechischer Staatsbürger ohne festen Wohnsitz identifiziert – ihr auf das Bein, versuchte, sie mit einer Flasche zu schlagen, und floh. Die Polizei bestätigte später seine pakistanische Staatsangehörigkeit und nahm ihn in Gewahrsam. Die Zugbegleiterin erstattete am folgenden Tag Anzeige. Obwohl die Deutsche Presse-Agentur (dpa) über den Vorfall berichtete, wurden die persönlichen Hintergründe des Täters nicht genannt. Der Fall ist Teil eines besorgniserregenden Anstiegs von Gewalt gegen Bahnpersonal. Allein von Januar bis Oktober 2025 verzeichnete die Deutsche Bahn 2.987 Straftaten gegen Mitarbeiter, darunter 1.148 Bedrohungen, 1.231 Körperverletzungen und 324 schwere Angriffe. Im Schnitt kam es 2025 zu acht Vorfällen pro Tag. Nur wenige Tage zuvor hatte ein ähnlicher, aber weitaus tödlicherer Vorfall die Öffentlichkeit erschüttert: Der 36-jährige Bahnmitarbeiter Serkan Çalar, der türkischer Abstammung war, kontrollierte in der Nähe von Landstuhl Tickets, als ein Fahrgast ohne gültige Fahrkarte ihn wiederholt auf den Kopf schlug. Çalar erlag später einer Hirnblutung, und sein Vater erlitt bei der Nachricht von dem Angriff einen tödlichen Herzinfarkt. Der Verdächtige des Stuttgarter Angriffs befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Die Deutsche Bahn sieht sich weiterhin mit einer hohen Zahl von Gewaltdelikten konfrontiert – allein 2025 wurden über 3.000 Vorfälle registriert. Bislang haben die Behörden keine weiteren Maßnahmen als Reaktion auf die jüngsten Attacken angekündigt.