09 January 2026, 04:40

Schweizer Uhrenbranche atmet auf – doch die Krise bleibt

Zwei Uhren sind nebeneinander auf einer flachen Oberfläche platziert.

Luxusuhren leichter verfügbar - Wartezeiten sinken - Schweizer Uhrenbranche atmet auf – doch die Krise bleibt

Schweizer Uhrenhersteller stehen vor einer gemischten Zukunft: Während sich die US-Handelspolitik ändert und die globale Nachfrage schwächelt, gibt es Licht und Schatten. Ab dem 14. November 2025 sinken die amerikanischen Zölle auf Schweizer Importe – darunter auch Luxusuhren – auf 15 Prozent und liegen damit auf demselben Niveau wie für Waren aus der EU. Doch trotz dieser Entlastung kämpft die Branche mit nachlassender Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten und einem schwächelnden Gebrauchtmarkt.

Die USA bestätigten am 18. Dezember 2025, dass die Zölle auf die meisten Schweizer Importe auf einen Höchstsatz von 15 Prozent sinken, einschließlich der regulären Abgaben. Diese Senkung gilt rückwirkend ab dem 14. November 2025 und ersetzt den bisherigen Aufschlag von 39 Prozent. Weitere Kürzungen sind für das restliche Jahr 2025 nicht vorgesehen, wobei branchenspezifische Zusatzabgaben – etwa auf Stahl, Aluminium, Autos und Kupfer – unverändert bleiben. Ein umfassenderes Handelsabkommen zwischen beiden Ländern könnte noch verhandelt werden, allerdings frühestens bis Ende des ersten Quartals 2026.

Die Zollanpassung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die Schweizer Uhrenindustrie mit weiteren Herausforderungen konfrontiert ist. Chinas anhaltende Antikorruptionsmaßnahmen dämpfen die Nachfrage nach europäischen Luxusmarken, darunter auch hochpreisige Uhren. Gleichzeitig ist der Sekundärmarkt für Gebrauchtuhren aufgrund nachlassenden Käufersinteresses eingebrochen. Händler verzeichnen eine Rückkehr zu Ladengeschäften, wobei sich die Wartezeiten für neue Luxusuhren deutlich verkürzt haben. Branchenanalysten weisen darauf hin, dass zwar die niedrigeren US-Zölle die Kosten entlasten könnten, die allgemeine Nachfrageschwäche – insbesondere in China – die Schweizer Hersteller jedoch weitaus stärker belastet.

Der Zollsatz von 15 Prozent gleicht die Einfuhren Schweizer Uhren nun denen aus der EU an und bringt den Exporteuren eine gewisse finanzielle Entlastung. Dennoch setzen der Branche die schwächelnde Nachfrage in China und der schrumpfende Gebrauchtmarkt weiter zu. Die nächste mögliche Aktualisierung der Handelspolitik wird nicht vor Anfang 2026 erwartet.