Schweizer Agrarbetriebe drängen deutsche Landwirte im Oberrheingebiet an die Wand
Harry GirschnerSchweizer Agrarbetriebe drängen deutsche Landwirte im Oberrheingebiet an die Wand
Landwirte im Oberrheingebiet stehen unter zunehmendem Druck, da Schweizer Agrarbetriebe ihre Aktivitäten über die Grenze ausweiten. Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) hat erneut zu Maßnahmen aufgerufen und warnt, dass deutsche Produzenten durch unfaire Konkurrenz und steigende Bodenpreise verdrängt werden.
Zwischen 2021 und 2025 ging die landwirtschaftliche Nutzfläche in der deutschen Oberrheinregion um etwa 1,2 Prozent zurück – von 1,15 Millionen Hektar auf 1,14 Millionen. Hauptgründe waren die städtische Bebauung und Renaturierungsprojekte. Gleichzeitig blieb die Schweizer Ackerfläche mit rund 120.000 Hektar stabil, wobei es nur geringe Verschiebungen durch Subventionsprogramme gab.
Schweizer Landwirte, die Flächen knapp jenseits der Grenze bewirtschaften, können EU-Fördergelder beziehen, ohne sich vollständig an die EU-Vorschriften halten zu müssen. Dadurch sind deutsche Betriebe im Nachteil, da sie strengere Auflagen erfüllen müssen. Der BLHV argumentiert zudem, dass Schweizer Unternehmen die Bodenpreise in die Höhe treiben und es lokalen Produzenten erschweren, Felder zu kaufen oder zu pachten.
Der Verband fordert nun strengere EU-Regelungen. Ein Vorschlag sieht vor, dass Betriebe außerhalb der EU einen nachweisbaren Standort innerhalb der Union vorweisen müssen, um Fördermittel zu erhalten. Gleichzeitig verlangt der BLHV von der Landesregierung Baden-Württembergs, Maßnahmen zum Schutz der Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Landwirtschaft zu unterstützen. Zudem pocht der Verband darauf, dass künftige Handelsabkommen deutschen Produzenten zollfreien Zugang zum Schweizer Markt sichern.
Die Kampagne des BLHV unterstreicht die finanzielle Belastung der Landwirte an der Schweizer Grenze. Ohne politische Kurskorrekturen könnten weiter steigende Bodenpreise und ungleiche Subventionsbedingungen die lokalen Produktionsmöglichkeiten zusätzlich einschränken. Die Vorschläge des Verbandes zielen darauf ab, faire Wettbewerbsbedingungen für die Erzeuger im Oberrheingebiet zu schaffen.