18 February 2026, 16:42

Scharfe Wortgefechte beim Politischen Aschermittwoch vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg

Ein deutsches Propagandaplakat mit zwei Männern in Mützen, die Zigaretten rauchen, mit Text, der wahrscheinlich die Männer beschreibt.

Kampagne beim Stammtisch: Özdemir und Hagel im Duell - Scharfe Wortgefechte beim Politischen Aschermittwoch vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg

Im Wahlkampf für die Landtagswahl in Baden-Württemberg ist die Stimmung nur noch 20 Tage vor der Abstimmung spürbar angespannter geworden. Beim traditionellen Politischen Aschermittwoch lieferten sich die Spitzenkandidaten scharfe Wortgefechte, deuteten aber gleichzeitig mögliche künftige Kooperationen an.

Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU, setzte mit einer Rede zu Wohlstand, Fleiß und den Sorgen um die angeschlagene Automobilbranche einen klaren Akzent. Er warf den Grünen vor, mit ihrer Politik "grüne Sabotage" zu betreiben – als Beispiel nannte er das geplante Verbot von Verbrennungsmotoren.

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Hessens Ministerpräsident Boris Rhein griff in die Debatte ein und kritisierte Cem Özdemir, den Spitzenkandidaten der Grünen, scharf. Er prangerte an, was er als "grüne Bevormundung, grüne Verbote und grüne Besserwisserei" bezeichnete. Özdemir konterte umgehend und warf Hagel vor, in zentralen politischen Fragen unberechenbar zu sein.

Der scheidende Ministerpräsident Winfried Kretschmann, ein erfahrener Grüner, wies Hagels Ansatz als bloße Neuverpackung alter Ideen unter neuen Parolen zurück. Der ehemalige grüne Außenminister Joschka Fischer ging noch weiter und warf Hagel "politischen Erbstahl" vor, da dieser versuche, sich Kretschmanns politisches Erbe anzueignen.

Trotz der hitzigen Auseinandersetzungen verzichteten sowohl Hagel als auch Özdemir auf die schärfsten persönlichen Angriffe. Ihr zurückhaltender Ton ließ erkennen, dass beide mit möglichen Koalitionsverhandlungen nach der Wahl rechnen.

Der Politische Aschermittwoch offenkundigte die tiefen Gräben zwischen CDU und Grünen in Baden-Württemberg. Doch die vorsichtige Rhetorik der beiden Kontrahenten deutet darauf hin, dass Gespräche über eine Regierungsbildung nach der Wahl durchaus im Bereich des Möglichen liegen. Der Wahlkampf geht nun in die heiße Phase – die Wähler müssen sich zwischen konkurrierenden Zukunftsvisionen für das Land entscheiden.