Revolutionäres Schweißverfahren: Steppwelder verbindet Aluminium in Sekunden
H.-Dieter ReuterRevolutionäres Schweißverfahren: Steppwelder verbindet Aluminium in Sekunden
Forscher der Universität Stuttgart haben eine neue Schweißtechnologie namens Steppwelder entwickelt. Dieses robotergestützte Werkzeug nutzt das Rührreibschweißen, um hochfeste Aluminiumlegierungen schneller zu verbinden als herkömmliche Methoden. Das System befindet sich noch in der Entwicklung, zeigt aber vielversprechende Ansätze für Branchen wie die Automobil- und Luftfahrtindustrie.
Der Steppwelder funktioniert nach dem Prinzip einer "Verriegelungsstichnaht" und ermöglicht so die Herstellung flexibler 2D- und 3D-Schweißnähte in Rekordzeit. Eine 50 Zentimeter lange Naht kann in nur 1,5 bis 2 Sekunden fertiggestellt werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Schweißverfahren benötigt das System keine Zusatzmaterialien, erzeugt keinen Rauch oder Spritzer und verbraucht nur sehr wenig Energie.
Die Schweißpistole verfügt über einen integrierten, beweglichen Gegenhalter, sodass sie ohne sperrige externe Stützen auskommt. Dadurch ist sie mit Standard-Industrierobotern mit sechs Achsen kompatibel. Besonders nützlich ist die Technologie für komplexe Formen wie Batteriegehäuse oder Großgussteile, bei denen sie das Gewicht deutlich reduzieren kann.
Das mit rund 1,4 Millionen Euro (ca. 1,66 Millionen US-Dollar) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt befindet sich derzeit in der Validierungsphase. Noch hat kein Unternehmen aus der Automobil-, Luftfahrt- oder Maschinenbaubranche die Technologie übernommen, da die Tests bis Juni 2026 fortgesetzt werden.
Erwartet wird, dass der Steppwelder bis Mitte 2026 marktreif sein wird. Seine Fähigkeit, schnell, sauber und mit minimalem Energieaufwand zu schweißen, könnte ihn für die Herstellung leichter Bauteile wertvoll machen. Nach erfolgreicher Validierung könnte die Technologie in Autos, Flugzeugen und schweren Maschinen zum Einsatz kommen.






