Rentenexpertin Grimm fordert radikale Reformen – aber nicht für alle
Enrico HerrmannRentenexpertin Grimm fordert radikale Reformen – aber nicht für alle
Die Wirtschaftswissenschaftlerin Veronika Grimm hat ihre Position zur Rentenreform dargelegt. Sie befürwortet grundlegende Änderungen am deutschen Rentensystem, lehnt jedoch einige geplante Maßnahmen für Selbstständige ab.
Grimm unterstützt den Vorschlag der Rentenkommission, Minijobs weitgehend abzuschaffen. Dies würde ihrer Meinung nach Geringverdiener dazu motivieren, mehr zu arbeiten. Eine Ausnahme sollte es ihrer Ansicht nach für Studierende geben.
Auch die Abschaffung der Rente mit 63 findet ihre Zustimmung. Zudem spricht sie sich dafür aus, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln.
Bei Selbstständigen kritisiert Grimm die geplante Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rente. Eine Zwangsmitgliedschaft in einem System mit geringen Renditen würde die Selbstständigkeit unattraktiv machen, argumentiert sie. Stattdessen schlägt sie vor, ihnen die Wahl kapitalgedeckter Altersvorsorge zu überlassen, die ihrer Einschätzung nach deutlich höhere Erträge bietet.
Die Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung lehnt Grimm ab. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, Anreize und Flexibilität im Rentensystem zu verbessern. Die Änderungen würden Minijobs, Renteneintrittsalter und die Beiträge von Selbstständigen betreffen. Grimms Haltung spiegelt eine Präferenz für marktbasierte Lösungen gegenüber staatlichen Zwangssystemen wider.
