27 January 2026, 06:34

Reinhold Würth warnt: Deutschlands Wirtschaft droht durch Arbeitsmentalität zu scheitern

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer detaillierten Karte von Deutschland und seinen Provinzen und Städten, begleitet von beschreibendem Text.

Dies ist, wie Reinhold Würth über die Arbeitsethik in Deutschland denkt - Reinhold Würth warnt: Deutschlands Wirtschaft droht durch Arbeitsmentalität zu scheitern

Reinhold Würth, der 90-jährige Milliardär und Gründer der Würth-Gruppe, warnt vor einem wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands. Seiner Ansicht nach gefährden sich wandelnde Einstellungen zur Arbeit – insbesondere bei jüngeren Generationen – die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Diese Äußerungen kommen, während Würth selbst weiterhin ein aktives Leben führt, sowohl im Beruf als auch bei seiner persönlichen Fitness.

Würth argumentiert, dass deutsche Arbeitnehmer zunehmend höhere Löhne bei gleichzeitig kürzeren Arbeitszeiten fordern. Dieser Trend sei seiner Meinung nach von den Babyboomern gefördert worden, die die jüngeren Mitarbeiter "verzogen" hätten. Diese Erwartungshaltung bedrohe Deutschlands Position unter den Industrienationen, so Würth.

Kritik übt er auch an den im Vergleich zu anderen hochentwickelten Volkswirtschaften hohen Krankheitsständen in Deutschland. Für ihn ist dies Teil eines kulturellen Wandels, bei dem die Work-Life-Balance zunehmend Freizeit über Produktivität stelle. Eine Umkehr dieses Trends hält er angesichts des anhaltenden Einflusses der älteren Generationen für schwierig.

Trotz seiner kritischen Haltung bleibt der Unternehmer selbst hochaktiv: Noch mit 90 Jahren diktiert er spätabends Geschäftsbriefe und geht regelmäßig schwimmen. Die Daten seiner Smartwatch sollen belegen, dass er seit über sechs Jahren ein durchgehend hohes Aktivitätsniveau hält. Würth lehnt zudem die Praxis ab, Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, durch Ersatzruhetage auszugleichen. Solche Regelungen stärkten in seinen Augen nur eine Mentalität, die Freizeit über harte Arbeit stelle.

Die Warnungen des Unternehmers unterstreichen die Sorgen um Deutschlands wirtschaftliche Zukunft. Seine eigene Arbeitsmoral steht dabei in scharfem Kontrast zu den von ihm kritisierten Trends. Ob seine Ansichten eine breitere Debatte auslösen werden, bleibt abzuwarten.