Region Bodensee weiterentwickelt als Modellregion
Die Internationale Bodenseekonferenz (IBK) hat nach einem erfolgreichen Jahr unter der Führung Baden-Württembergs einen Wechsel an der Spitze vollzogen. Am 5. Dezember 2025 übergab Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei einer Feier in Friedrichshafen offiziell den Vorsitz an den Schweizer Kanton Zürich. Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem die Region ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Bewältigung ökologischer Herausforderungen weiter stärkt.
Bei der Übergabeveranstaltung wurden die wichtigsten Erfolge der Amtszeit Baden-Württembergs hervorgehoben. Ein zentrales Thema war die Ausbreitung der invasiven Quaggamuschel, die zur Initiierung einer mehrjährigen Studie führte, um ihre Auswirkungen auf das Ökosystem des Sees einzudämmen. Daneben wurde eine gemeinsame Qualitätsinitiative zur Aufwertung des Bodensee-Radwegs ins Leben gerufen, die die Radrouten in der gesamten Region verbessern soll.
Fortschritte gab es auch im Verkehrsbereich: Die Erweiterung und Elektrifizierung der Bodensee-Gürtelbahn wurden deutlich vorangetrieben. Um die Mobilität weiter zu fördern, wurde die Four-Country Mobility GmbH gegründet – eine neue Einrichtung, die sich der Optimierung des grenzüberschreitenden Öffentlichen Verkehrs widmet. Ein weiterer Meilenstein war der Start eines groß angelegten Interreg-Projekts zum Schutz heimischer Fischarten und zur Regulierung der Kormoranpopulationen. Die während der Konferenz unterzeichnete Friedrichshafener Erklärung unterstrich erneut die Bedeutung der Zusammenarbeit der vier Anrainerstaaten. Kretschmann betonte, die Region diene als europäisches Vorbild für erfolgreiche grenzüberschreitende Partnerschaften.
Künftig sollen die Anstrengungen auf eine Vertiefung der Kooperation in den Bereichen Forschung, Mobilität und Biodiversität konzentriert werden. Für 2026 ist zudem eine grenzüberschreitende Notfallübung geplant, um die Krisenbewältigung rund um den See zu testen und zu verbessern.
Der Kanton Zürich übernimmt nun ab 2026 den IBK-Vorsitz von Baden-Württemberg. Die neue Präsidentschaft wird bestehende Projekte weiterführen und sich weiterhin den Umwelt- und Verkehrsfragen widmen. Die Arbeit der Konferenz bleibt darauf ausgerichtet, die Position des Bodensees als zentraler europäischer Knotenpunkt für grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu festigen.