17 April 2026, 02:19

Rechtsextreme Angriffe auf zivilgesellschaftliche Gruppen erreichen 2025 traurigen Höhepunkt

Eine große Gruppe von Menschen nimmt an der LGBTQ+-Rechtsdemo in Berlin teil, hält Fahnen und Schilder hoch, mit Gebäuden, einem Kran und Wolken im Hintergrund.

Rechtsextreme Angriffe auf zivilgesellschaftliche Gruppen erreichen 2025 traurigen Höhepunkt

Rechtsextreme Angriffe auf zivilgesellschaftliche Gruppen nehmen 2025 drastisch zu

Im Jahr 2025 häufen sich rechtsextreme Übergriffe auf zivilgesellschaftliche Initiativen – insgesamt wurden in Deutschland 112 Vorfälle dokumentiert. Wie die Amadeu Antonio Stiftung berichtet, gab es im Schnitt alle drei Tage einen Angriff, oft gerichtet gegen Jugendzentren, LGBTQ+-Einrichtungen und Sozialarbeiter:innen. Viele dieser Attacken folgten auf politischen Druck der rechtspopulistischen AfD, die zunehmend parlamentarische Mittel nutzt, um demokratische Organisationen zu schikanieren.

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In Riesa forderte die lokale AfD-Fraktion etwa, dass Jugendliche, die Angebote in Jugendzentren nutzen, namentlich und mit Adresse erfasst werden. Dies ist Teil eines größeren Musters, bei dem die Partei durch Kleine Anfragen im Parlament Kritiker:innen einschüchtern und Behörden unter Druck setzen will.

Doch die Eskalation bleibt nicht auf bürokratische Schikanen beschränkt. In Kusel, Rheinland-Pfalz, erhielt der Sozialarbeiter Bastian Drumm Hasspost, Todesdrohungen und extremistische Aufkleber, die an seinem Gemeinschaftszentrum angebracht wurden. Später rief er konservative Bürger:innen dazu auf, sich sichtbar gegen rechtsextreme Umtriebe zu stellen, und forderte die Regierung auf, die Initiative "Lebendige Demokratie!" stärker zu unterstützen.

Auch die körperliche Gewalt nimmt zu: Ein autonomes Jugendzentrum in Hannover wurde mit Buttersäure beschmiert, das Regbogenzentrum in Cottbus erlebte kurz vor den lokalen Christopher-Street-Day-Feierlichkeiten einen Brandanschlag. Expert:innen weisen darauf hin, dass die AfD oft Ziele markiert, während andere rechtsextreme Gruppen die Taten ausführen.

Die Hälfte der Vorfälle ereignete sich in Ostdeutschland, wo zivilgesellschaftliche Akteur:innen seit Langem unter anhaltenden Bedrohungen leiden. Unterdessen kündigte Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) eine Neuausrichtung des Programms "Lebendige Demokratie!" an – rund 200 geförderte Projekte bangt nun um ihre Zukunft.

Die Welle der Angriffe setzt zivilgesellschaftliche Organisationen massiv unter Druck. Mit 112 dokumentierten Vorfällen im Jahr 2025 zeigt sich ein besorgniserregendes Muster aus politischer Einschüchterung und direkter Gewalt. Während die Bundesregierung die Förderung von Anti-Extremismus-Programmen überprüft, fordern betroffene Gruppen nachdrücklich mehr Schutz und öffentliche Solidarität.

Quelle