08 February 2026, 12:52

Rastatt nutzt Traktoren als Notstromgeneratoren für Krisenunterkünfte

Eine detaillierte Karte von Louisiana mit fetter Schrift, die Standorte von Stromprojekten anzeigt, sowie Straßen, Highways und Sehenswürdigkeiten.

Rastatt nutzt Traktoren als Notstromgeneratoren für Krisenunterkünfte

Rastatt rüstet drei kommunale Gebäude zu Notunterkünften für Stromausfälle um

Die Stadt Rastatt hat drei städtische Gebäude zu Notunterkünften umgebaut, um Bewohner:innen bei Stromausfällen geschützte, beheizte Räumlichkeiten mit grundlegender Ausstattung zu bieten. Der Schritt erfolgt als Reaktion auf jüngste Blackouts und soll sicherstellen, dass die Bevölkerung in Krisenzeiten Zugang zu sicheren Rückzugsorten hat. Die Verantwortlichen haben in Notstromlösungen investiert – darunter auch eine ungewöhnliche, aber praktische Methode: Traktoren dienen als mobile Stromgeneratoren.

Die ausgewählten Gebäude – eine Sporthalle in Wintersdorf, eine weitere in Niederbühl sowie die Festhalle in Förch – wurden aufgrund ihrer bestehenden Infrastruktur ausgewählt. Alle verfügen über Umkleideräume, Duschen, Küchen und eigenständige Heizsysteme, die mit vor Ort gelagerten Brennstoffen wie Öl oder Biomasse betrieben werden. Dadurch bleiben die Hallen ganzjährig nutzbar, selbst bei einem Zusammenbruch des Stromnetzes.

Für die Notstromversorgung setzt die Stadt auf Traktoren aus den Bereichen kommunale Dienstleistungen und Grünflächenpflege. Die Fahrzeuge sind mit Zapfwellen-Generatoren (PTO) ausgestattet, die Energie aus den Traktormotoren beziehen und über mehrere Steckdosen abgeben. Diese Konfiguration verwandelt die Maschinen in mobile Kraftwerke, die bei einem Blackout lebenswichtige Geräte betreiben können.

Die Kosten für die technische Installation und Stromversorgung pro Halle belaufen sich auf etwa 20.000 Euro. Laut Angaben der Behörden entstehen nach der Erstausstattung jedoch keine zusätzlichen Wartungskosten. Über Rastatt hinaus wächst in ganz Baden-Württemberg das Interesse an Notfallvorsorge. Zwar liegen keine genauen Zahlen zu neuen kommunalen Plänen vor, doch die Nachfrage nach Krisenschulungen – etwa im Rahmen des Programms "Sei vorbereitet" – ist seit dem Berliner Stromausfall deutlich gestiegen.

Die drei Hallen dienen künftig als offizielle Treffpunkte und Schutzräume in Notsituationen. Dank ihrer Notstrom- und Heizsysteme bleiben sie auch bei externen Stromausfällen funktionsfähig. Gleichzeitig gewinnt die regionale Vorsorge weiter an Bedeutung: Immer mehr Gemeinden suchen nach Schulungsangeboten und Lösungen, um sich auf künftige Störungen vorzubereiten.