Porsche steigt 2025 aus der WEC aus – BMW bleibt alleiniger deutscher Vertreter
Enrico HerrmannPorsche steigt 2025 aus der WEC aus – BMW bleibt alleiniger deutscher Vertreter
Porsche verlässt die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) nach dem Saisonfinale 2025 in Bahrain. Die Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem BMW sein eigenes Engagement mit einem umfassenden aerodynamischen Update für den M Hybrid V8 ausbaut. Ab 2026 bleibt BMW damit der einzige deutsche Hersteller in der höchsten Prototypen-Klasse der WEC.
Der Rückzug folgt auf die Schwierigkeiten Porsches mit dem LMDh-963, der in jüngsten Rennen hinter dem dominierenden LMH-499P von Ferrari zurückblieb. BMW hingegen hat seine langfristige Verpflichtung sowohl in der WEC als auch in der US-amerikanischen IMSA-Serie bekräftigt.
Porsches Abschied wurde vor dem letzten WEC-Rennen am 8. November 2025 bekannt gegeben. Als Gründe nannte die Marke wirtschaftliche Zwänge und sportliche Herausforderungen. Trotz aerodynamischer Anpassungen belegte der LMDh-963 2023 in Le Mans nur Platz neun – weit abgeschlagen hinter Ferraris LMH-499P, der seit Einführung der gemeinsamen Klasse drei Siege in Folge errang.
Die Leistungslücke erklärt sich aus grundlegenden Unterschieden zwischen den LMDh- und LMH-Reglementen. LMDh-Fahrzeuge wie der Porsche nutzen standardisierte Chassis und Hybridsysteme, wobei die Motorleistung auf 470 kW begrenzt ist. LMH-Modelle wie der Ferrari genießen hingegen mehr aerodynamische Freiheiten und eine höhere Leistungsgrenze von 500 kW. Bisherige Balance-of-Performance-Anpassungen konnten die Kluft nicht überbrücken.
Beim jüngsten IMSA-Saisonfinale in Road Atlanta sicherte sich Porsche alle Titel in der GTP-Klasse, während BMW in der Herstellerwertung Vierter wurde. In der WEC hinterlässt Porsches Abgang eine Lücke – schließlich war das Team der erfolgreichste deutsche Teilnehmer in Le Mans. BMW-Motorsportchef Andreas Roos bedauerte den Verlust eines starken Konkurrenten, betonte aber die fortschreitenden Werkseinsätze des Unternehmens in beiden Serien.
Ab 2026 geht BMW mit dem überarbeiteten M Hybrid V8 in WEC und IMSA an den Start. In der US-Serie wechselt das Werksteam zudem von RLL zum Spitzen-Team WRT. Die Veränderungen unterstreichen BMWs Bestreben, seine Position auszubauen, während sich Porsche zurückzieht.
Porsches Rückzug markiert das Ende einer Ära in der WEC, in der das Team stets zu den Top-Konkurrenten zählte. Ab 2026 bleibt BMW als einziger deutscher Vertreter in der höchsten Prototypen-Klasse übrig. Mit dem Fokus auf aerodynamische Verbesserungen und der neuen Partnerschaft mit WRT in der IMSA zeigt die Marke Entschlossenheit, die durch Porsches Abschied entstandene Lücke zu füllen.
Das Finale 2025 in Bahrain wird Porsches Kapitel in der WEC abschließen, während BMWs aktualisierter Hybrid-Rennwagen im folgenden Jahr sein Debüt feiert.