Pforzheims neuer OB nach 100 Tagen: Große Pläne, wenig Taten
Pforzheims neuer Oberbürgermeister Peter Boch hat seine ersten 100 Tage im Amt absolviert – doch die Bilanz fällt durchwachsen aus. Die Stadt steht vor großen Herausforderungen, doch bislang fehlen klare Fortschritte bei zentralen Wahlversprechen. Kritiker monieren Verzögerungen, unklare Entscheidungen und ein fehlendes politisches Leitbild in dieser frühen Phase.
Boch war mit ehrgeizigen Ankündigungen ins Amt gestartet, darunter die Entfernung der umstrittenen Cortenstahl-Kübel – von vielen spöttisch als "Rost-Eimer" bezeichnet. Doch konkrete Schritte blieben aus. Auf Nachfrage verweist er vage auf eine "Prüfung", was auf weitere Verschiebungen hindeutet.
Ein weiteres Wahlkampfversprechen, der "Brötchen-Knopf" für kostenloses Parken, sollte direkt nach seiner Amtsübernahme eingeführt werden. Stattdessen belasten die Pläne die Steuerzahler nun mit 260.000 Euro jährlich. Diese Verzögerung steht im Widerspruch zu Bochs anfänglicher Dringlichkeit.
Der Stadtrat bleibt tief gespalten, was Entscheidungsprozesse erschwert. Auch Bochs Personalpolitik gibt Rätsel auf: Mit Sabrina Härdtner (CDU) und möglicherweise Louis Goldmann besetzte er Schlüsselpositionen mit Parteigängern. Währenddessen brummt Pforzheims starke Wirtschaft – allerdings ohne seinen direkten Einfluss.
Beobachter bemängeln vor allem ein fehlendes zukunftsweisendes Führungskonzept. Trotz des Bedarfs an frischen Ideen zeigen Bochs erste Monate wenig Gespür für kommunalpolitische Weichenstellungen oder entschlossenes Handeln.
Nach 100 Tagen wartet Pforzheim noch auf spürbaren Wandel. Die verschobene Entfernung der Cortenstahl-Kübel und das teure Parkprojekt unterstreichen unerfüllte Erwartungen. Mit einem zersplitterten Rat und ungelösten Prioritäten bleibt die städtische Transformation vorerst auf Eis.






