Pfaffensteintunnel: Deutsche Bahn startet umstrittenes Milliardenprojekt bei Stuttgart
Enrico HerrmannPfaffensteintunnel: Deutsche Bahn startet umstrittenes Milliardenprojekt bei Stuttgart
Vorbereitende Arbeiten am Pfaffensteintunnel nördlich des Stuttgarter Flughafens begonnen
Die Vorbereitungsarbeiten für den Pfaffensteintunnel haben nördlich des Flughafens Stuttgart begonnen. Die Deutsche Bahn startete am 9. Februar die ersten Erdarbeiten und läutete damit den Beginn eines großen Infrastrukturprojekts ein. Der fast elf Kilometer lange Tunnel soll die Gäubahn mit dem Stuttgarter Flughafen und dem künftigen unterirdischen Bahnhof im Rahmen des Projekts Stuttgart 21 verbinden.
Ziel des Vorhabens ist es, die Reisezeit zwischen Stuttgart und Zürich um etwa 15 Minuten zu verkürzen. Kritiker aus oppositionellen Gruppen äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der Kosten, der ökologischen Folgen und möglicher Einschränkungen im Bahnbetrieb während der Bauphase.
Der Pfaffensteintunnel bildet einen zentralen Abschnitt des Bundesverkehrswegeplans für die Schieneninfrastruktur in Deutschland. Zwei Tunnelbohrmaschinen werden sich durch festes Gestein fräsen, um die Verbindung herzustellen. Die Verantwortlichen betonen, dass das Projekt im öffentlichen Interesse liege, da es die Schienenanbindung deutlich verbessere.
Die Debatte um die Gäubahn hat seit 2021 an Fahrt aufgenommen. Bürgerinitiativen und Umweltschützer lehnen den Tunnel ab und verweisen auf hohe Kosten und ökologische Schäden. Die politische Unterstützung bleibt gespalten: Während Landesvertreter den Ausbau der Schienen befördern, hält sich lokaler Widerstand. Alternativvorschläge für die Trassenführung gewinnen seit 2023 an Aufmerksamkeit.
Das Bündnis Pro Gäubahn übt scharfe Kritik am Tunnelprojekt. Es bezeichnet die Planung als "Bankrotterklärung der Verkehrspolitik" und stellt das Kosten-Nutzen-Verhältnis infrage. Die Initiative warnt zudem vor weiteren Budgetüberschreitungen und Risiken für die Nord-Süd-Schienenachse. Mögliche Betriebsbehinderungen während der Bauarbeiten verschärfen die Sorgen zusätzlich.
Trotz anhaltender Kritik treibt die Deutsche Bahn das Vorhaben nun voran. Bei Fertigstellung gemäß Plan würde sich die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Zürich um etwa 15 Minuten verkürzen. Der Erfolg des Projekts hängt davon ab, die Kosten im Griff zu behalten, ökologische Belange zu berücksichtigen und Störungen im bestehenden Bahnverkehr so gering wie möglich zu halten.
Schlüsselplanungsschritte hinter dem Start des Pfaffensteintunnels im Jahr 2026
Das Pfaffensteintunnel-Projekt hat einen wichtigen Meilenstein erreicht, als im Februar 2026 mit den Vorbereitungsarbeiten begonnen wurde. Hier ist eineTimeline der kritischen Planungsschritte, die dieser Entwicklung vorausgingen:
- Oktober 2021: DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH wurde mit der Führung der Tunnelplanung beauftragt
- Juli 2022: Der S21-Beiratsausschuss genehmigte das Tunnelkonzept
- November 2023: Partnerschaftsmodell-Vereinbarung mit 10 Bauunternehmen unterzeichnet Diese Schritte bildeten das institutionelle Rahmenwerk, das den Beginn der Erdarbeiten im Februar 2026 ermöglichte.






