Özdemir lehnt Dreierkoalition ab – und setzt auf Boris Palmer als Wahlkampf-Ass
Harry GirschnerÖzdemir lehnt Dreierkoalition ab – und setzt auf Boris Palmer als Wahlkampf-Ass
Vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 hat der grüne Spitzenkandidat Cem Özdemir sich gegen eine mögliche Dreierkoalition ausgesprochen. Er warnte, ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP könnte zu Instabilität führen – ähnlich wie die gescheiterte Ampelkoalition auf Bundesebene. Unterdessen ist sein enger Verbündeter Boris Palmer trotz Austritts aus den Grünen 2023 zu einer Schlüsselfigur im Wahlkampf geworden.
Özdemir machte deutlich, dass er keine Minister ernennen werde, die aktiv um ihre Posten werben. Diese Regel betrifft jedoch nicht Boris Palmer, der sich nicht um ein Ministeramt beworben hat. Die beiden bleiben Freunde und arbeiten weiterhin eng zusammen; Palmer berät Özdemir in den Bereichen Wohnungsbau, Mietpreisbremse, Klimaschutz und effiziente Regierungsführung.
Palmers politischer Wandel ist bemerkenswert. Einst eine polarisierende Figur innerhalb der Grünen, spricht er heute als unabhängige Stimme pragmatische Wähler an. Seine Unterstützung wächst: Mehr als ein Drittel der Wähler in Baden-Württemberg befürwortet eine Rolle für ihn auf Landesebene. Damit ist er zu einem wertvollen Verbündeten für Özdemirs Kampagne geworden und hilft, Wähler zurückzugewinnen, die die Grünen in den letzten Jahren verloren haben.
Özdemir betonte zudem, dass eine von ständigen Konflikten geprägte Koalition in der Region auf wenig Zustimmung stoßen würde. Eine solche Konstellation würde seiner Meinung nach die Fehler der Bundes-Ampel wiederholen, die an internen Zerwürfnissen gescheitert war.
Die Wahl am 8. März 2026 wird zeigen, ob Özdemirs Strategie, konfliktträchtige Bündnisse zu meiden, aufgeht. Palmers Rolle als Berater und Wahlkampfpartner könnte dabei eine entscheidende Rolle spielen. Die Grünen setzen auf ihren pragmatischen Kurs, um das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen und eine stabile Regierung zu sichern.






