23 February 2026, 02:13

Özdemir distanziert sich von Habeck – kann er die Grünen in Baden-Württemberg retten?

Ein grünes Plakat mit weißer Schrift, die 'Elections Municipales Quartier de Grenelle F. Pierron-Tassin Candidat' lautet, vor einem weißen Hintergrund.

Özdemir distanziert sich von Habeck – kann er die Grünen in Baden-Württemberg retten?

Grünen-Spitzenkandidat Özdemir hält Abstand zu Habeck vor Baden-Württembergs Landtagswahl

Cem Özdemir, Spitzenkandidat der Grünen in Baden-Württemberg, geht im Vorfeld der Landtagswahl am 8. März auf Distanz zu Bundesvorsitzendem Robert Habeck. Trotz Habecks Beliebtheit in anderen Bundesländern sind im Südwesten keine gemeinsamen Wahlkampfauftritte geplant. Stattdessen setzt Özdemir auf eine gemäßigtere Positionierung und wirtschaftsfreundliche Akzente.

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Aktuelle Umfragen sehen die Grünen mit acht Punkten Rückstand hinter der CDU, während die rechtspopulistische AfD dichtauf auf Platz drei folgt. Die Wahl wird entscheiden, ob die Partei nach dem enttäuschenden Bundestrends 2025 die Regierungsmacht im Land halten kann.

Özdemir wählte stattdessen den umstrittenen Ex-Grünen-Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, als Kampagnenpartner – ein kalkulierter Schritt, um sich mit regionalen Persönlichkeiten zu verbünden und Abgrenzung zu Habecks umstrittener Heizungsgesetzgebung zu signalisieren, die in Baden-Württemberg auf Ablehnung stößt.

Sein Wahlkampf betont Pragmatismus, enge Verbindungen zur Automobilindustrie sowie Kooperationen im Gesundheitsdatenbereich mit Großkonzernen wie Roche und Boehringer Ingelheim. Im Gegensatz zu Habeck inszeniert sich Özdemir als Mann der Mitte, auch wenn Kritiker beiden vorwerfen, radikale Parteipositionen mit gemäßigter Rhetorik zu kaschieren.

Bei der Bundestagswahl 2025 erreichten die Grünen nur noch 13,6 Prozent der Zweitstimmen – ein deutlicher Einbruch. Aktuell bei 21 Prozent liegend, kämpfen sie nun um den Machterhalt, während die CDU mit 29 Prozent führt und die AfD bei 20 Prozent liegt. Özdemirs Fokus auf regionale Identität und wirtschaftliche Expertise soll diese Herausforderungen abfedern.

Dass Habeck im Wahlkampf keine Rolle spielt, unterstreicht die Risiken, Özdemir mit der unpopulären Bundespolitik der Grünen zu verknüpfen. Viele Wähler verbinden Habeck weiterhin mit umstrittenen Reformen – sein Auftritt könnte der Kampagne eher schaden als nützen.

Die Wahl am 8. März wird zeigen, ob Özdemirs gemäßigter Kurs ausreichend Unterstützung mobilisieren kann, um die Grünen an der Macht zu halten. Ohne Habecks Mitwirkung setzt die Kampagne auf regionale Bündnisse und wirtschaftliche Glaubwürdigkeit.

Sollten sich die Umfragetrends bestätigen, könnte die Partei Schwierigkeiten bekommen, eine Regierung zu bilden – was CDU oder sogar der AfD eine stärkere Position verschaffen würde. Das Ergebnis wird auch verraten, wie die Wähler Baden-Württembergs den Spagat der Grünen zwischen bundespolitischem Kurs und lokalem Pragmatismus bewerten.