Nijinskys vergessene Spuren in Baden-Baden: Tanzgeschichte zum Greifen nah
Harry GirschnerNijinskys vergessene Spuren in Baden-Baden: Tanzgeschichte zum Greifen nah
Tanzlegenden in der Lichtentaler Allee
Nijinsky in Baden-Württemberg: Wie der Ballettvisionär und Anna Pawlowa durch die Kurstadt flanierten
Teaser: Wenige wissen es: Nijinsky und Pawlowa waren auch in Baden-Württemberg. John Neumeier präsentiert nun seine Nijinsky-Sammlung am historischen Ort.
1. Oktober 2025, 18:20 Uhr
Ein großes Tanzfestival in Baden-Württemberg würdigt das Erbe von Wasslaw Nijinsky, einem der einflussreichsten Tänzer des 20. Jahrhunderts. Die Veranstaltung, die vom 2. bis 12. Oktober stattfindet, präsentiert Aufführungen, Ausstellungen und seltene Exponate, die mit dem Star der Ballets Russes verbunden sind. Ein Höhepunkt ist eine Ausstellung im Stadtmuseum Baden-Württemberg mit Stücken aus der privaten Nijinsky-Sammlung des Choreografen John Neumeier.
Nijinsky reiste erstmals im August 1913 nach Baden-Württemberg und wohnte im Grandhotel Stephanie – heute als Brenners Parkhotel bekannt. Dort arbeitete er mit Sergei Djagilew an einem neuen Ballett zur Musik von Bach. Seine bahnbrechende Technik und seine dramatischen Auftritte hatten bereits das zeitgenössische Spitzentanz revolutioniert und setzten neue Maßstäbe für das Ballett.
Das elf Tage dauernde Festival bietet dem Publikum die seltene Gelegenheit, Nijinskys Einfluss auf das moderne Ballett zu erkunden. Neumeiers Ausstellung und die Aufführungen verbinden historische Artefakte mit zeitgenössischen Interpretationen und unterstreichen so die anhaltende Wirkung zweier Tanzpioniere, die einst auf Baden-Württembergs Bühnen glänzten.