Neues Schutzglas Exos verlängert Lebensdauer von Satelliten-Solarzellen im All
H.-Dieter ReuterNeues Schutzglas Exos verlängert Lebensdauer von Satelliten-Solarzellen im All
SCHOTT hat in Zusammenarbeit mit der Azur Space Solar Power GmbH ein neues Schutzglas für Solarzellen von Satelliten entwickelt. Das unter dem Namen Exos vorgestellte Material soll die Haltbarkeit von Photovoltaikzellen unter den extremen Bedingungen im Weltraum verbessern. Das Projekt wurde von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt.
Das Glas wurde speziell für hochmoderne Solarzellen konzipiert, darunter III-V-Mehrfachsolarzellen, die Satelliten in der erdnahen Umlaufbahn (LEO), der mittleren Erdumlaufbahn (MEO) und der geostationären Umlaufbahn (GEO) mit Energie versorgen. Sein entscheidendes Merkmal ist eine mit Cer dotierte Zusammensetzung, die eine starke UV-Absorption und langfristige optische Stabilität bietet. Selbst nach längerer Strahlenbelastung bleibt die Durchlässigkeit des Materials hoch, was eine zuverlässige Leistung gewährleistet.
Exos verfügt über einen präzise abgestimmten UV-Sperrfilter, der es Ingenieuren ermöglicht, den Schutzgrad durch Anpassung der Glasdicke zu regulieren. Diese Flexibilität macht es sowohl für Missionen von Raumfahrtagenturen als auch für kommerzielle Satellitennetze geeignet. Zudem ist das Material skalierbar und lässt sich in unterschiedlichen Stärken herstellen, um den strengen Anforderungen verschiedener orbitaler Anwendungen gerecht zu werden. Erste Tests und Validierungen wurden von Azur Space durchgeführt, unterstützt von ESA und DLR. Zurzeit durchläuft das Glas die Zertifizierung nach den Standards der European Cooperation for Space Standardization (ECSS). Da Satelliten für kritische Funktionen wie Kommunikation, Navigation und Erdbeobachtung auf Solarenergie angewiesen sind, ist ein langlebiger Schutz der Photovoltaik unverzichtbar.
Die Einführung von Exos bietet eine robuste Lösung, um die Lebensdauer von Solarzellen im All zu verlängern. Sein anpassungsfähiges Design und die hohe Strahlenresistenz machen es zu einem wertvollen Material für zukünftige Missionen. Das Glas befindet sich derzeit in der abschließenden Zertifizierungsphase, bevor es in der Luft- und Raumfahrtbranche breiter eingesetzt wird.