Monatelang auf der Flucht: 52-Jährige nach massivem Sozialversicherungsbetrug gefasst
H.-Dieter ReuterMonatelang auf der Flucht: 52-Jährige nach massivem Sozialversicherungsbetrug gefasst
52-Jährige aus dem Landkreis Konstanz nach monatelanger Flucht festgenommen – Sozialversicherungsbetrug in über 200 Fällen
Eine 52-jährige Frau aus dem Landkreis Konstanz ist nach monatelanger Flucht vor den Behörden festgenommen worden. Sie war wegen großangelegten Sozialversicherungsbetrugs in mehr als 200 Fällen verurteilt worden, wobei die ausstehenden Beiträge insgesamt über 200.000 Euro betrugen.
Die Festnahme erfolgte am 18. Dezember 2025 im Landkreis Waldshut, wo die Frau unter falscher Identität gelebt hatte. Zollbeamte aus Singen nahmen sie nach einer großangelegten Fahndung im südlichen Baden-Württemberg fest.
Die Straftaten der Frau waren im Rahmen von Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim Hauptzollamt Berlin aufgedeckt worden. Sie hatte entweder selbst Betrugsmaschen durchgeführt oder dabei mitgewirkt, durch die mehr als 200 Arbeitnehmer geschädigt wurden. Das Gericht verurteilte sie wegen Vorenthaltens von Sozialabgaben, wodurch öffentliche Versicherungsträger erhebliche finanzielle Schäden erlitten.
Nach dem Urteilsetz setzte sich die Frau ab, um die Zahlung der Strafe zu umgehen. Das Amtsgericht erließ daraufhin einen Vollstreckungshaftbefehl und wandelte die Geldstrafe in 355 Tage Ersatzfreiheitsstrafe um. Während ihrer Flucht änderte sie mehrfach ihren Namen und Aufenthaltsort, um einer Festnahme zu entgehen. In einem zusammenhängenden Fall wurde auch ein 39-jähriger serbischer Staatsbürger wegen ähnlicher Delikte verurteilt. Als bevollmächtigter Unterzeichner eines Reinigungsunternehmens hatte er Löhne einbehalten und veruntreut. Das Gericht verhängte gegen ihn eine Geldstrafe in Höhe von 33.350 Euro. Die Sozialversicherungsträger werden nun voraussichtlich die Rückforderung aller ausstehenden Beiträge betreiben. Da die Frau die finanzielle Strafe nicht begleichen konnte, wurde sie in eine Justizvollzugsanstalt überstellt, um ihre Haftstrafe anzutreten.
Die Festnahme beendet eine langwierige Ermittlung in einem der größten Fälle von Sozialversicherungsbetrug in der Region. Die Behörden arbeiten weiterhin daran, die fehlenden Gelder in Höhe von über 200.000 Euro zurückzuholen. Der Fall unterstreicht zudem die anhaltenden Bemühungen, illegale Beschäftigung und Lohnbetrug in ganz Deutschland zu bekämpfen.