16 March 2026, 22:21

Mittelständische Zulieferer in Baden-Württemberg kämpfen um ihre Zukunft

Flowchart diagram illustrating the energy supply chain, showing stages of energy production with vehicles, trees, and text labels.

Mittelständische Zulieferer in Baden-Württemberg kämpfen um ihre Zukunft

Mittelständische Zulieferer in Baden-Württemberg kämpfen mit sinkenden Aufträgen und unberechenbaren Produktionsplänen

Der Automotive Cluster, angeführt von der wvib Schwarzwald AG, fordert dringende Reformen, um Arbeitsplätze und Investitionen in der Region zu sichern. Hersteller und Politiker werden aufgefordert, klarere Unterstützung zu signalisieren, da die Branche vor wachsenden Herausforderungen steht.

Die Region verzeichnet bereits einen Rückgang der Fahrzeug- und Teileexporte um 13,4 Prozent für 2025, dazu kommen steigende Insolvenzen bei Zulieferern und der Verlust von 25.000 Arbeitsplätzen. Besonders betroffen sind Standorte wie Stuttgart, Waiblingen und Richen – Heimat großer Werke von Bosch und Mercedes-Benz –, wo Entlassungen und schrumpfende Produktionszahlen die Lage verschärfen.

Der Automotive Cluster warnt, dass ausbleibende Investitionen in Elektromobilität und neue Technologien den Druck auf die Zulieferer weiter erhöhen. Viele Unternehmen können kaum langfristig planen, da Auftragsvolumen und Produktionszahlen hinter den Erwartungen zurückbleiben. Unvorhersehbare Abrufpläne der Automobilhersteller erschweren es den Zulieferern zudem, Ausgaben für Technologie, Personal und Infrastruktur zu rechtfertigen.

Um die Krise zu bewältigen, fordert der Cluster engere Partnerschaften zwischen Herstellern und Zulieferern. Hanna Böhme, Geschäftsführerin der wvib Schwarzwald AG, betont die Notwendigkeit von Fairness, Planbarkeit und klaren Transformationsfahrplänen seitens der Automobilkonzerne. Dies würde den Zulieferern helfen, Ressourcen effizienter einzusetzen und ihre Zukunft in der Branche zu sichern.

Gleichzeitig appelliert der Cluster an die Politik, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Zu den zentralen Forderungen zählen wettbewerbsfähige Energiepreise, gestützt auf marktbasierte Angebots- und Nachfragemechanismen, sowie beschleunigte Genehmigungsverfahren für Projekte. Eine systematische Fachkräftesicherung und eine stärkere Forschungspolitik gelten als entscheidend, um Baden-Württembergs Position als Technologiestandort zu halten.

Trotz der schwierigen Lage unterstützen die Zulieferer weiterhin die CO₂-Bepreisung als Instrument des Klimaschutzes. Marktwirtschaftliche Anreize könnten ihrer Ansicht nach Innovationen fördern – selbst in Zeiten finanzieller Unsicherheit.

Die Forderungen des Automotive Clusters kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Region mit einem starken Exportrückgang und steigender Arbeitslosigkeit konfrontiert ist. Ohne verlässlichere Partnerschaften und bessere Bedingungen droht mittelständischen Zulieferern weitere Instabilität. Nun geht es darum, langfristige Investitionen zu sichern und die Bedeutung der Branche für die Wirtschaft Baden-Württembergs zu bewahren.

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