Merz verteidigt Arbeitsmarktreformen: "Deutschland muss Leistung belohnen"
Harry GirschnerMerz: 'Wir beschuldigen niemanden der Faulheit' - Merz verteidigt Arbeitsmarktreformen: "Deutschland muss Leistung belohnen"
CDU-Vorsitzender Friedrich Merz hat auf dem Bundesparteitag in Stuttgart die Arbeitsmarktreformen seiner Partei verteidigt. Er wies Vorwürfe zurück, die Union Berlin sei realitätsfremd, und betonte, Deutschland sei ein "Land der Fleißigen" und müsse Leistung belohnen statt die Arbeitszeit zu verkürzen.
Merz kritisierte Forderungen nach einer flächendeckenden Vier-Tage-Woche. Kürzere Arbeitszeiten allein würden die Produktivitätsprobleme nicht lösen, argumentierte er. Stattdessen müsse man Jobs zugänglicher gestalten und harte Arbeit angemessen entlohnen.
Er verwies zudem auf einen Widerspruch am Arbeitsmarkt: Viele Unternehmen finden keine Fachkräfte, während die Arbeitslosigkeit hoch bleibt. Wie der CDU-Politiker Klaus Wiener erklärte, sehen Experten die hohe Teilzeitquote als zentralen Grund für diese Schieflage. Trotz einer prognostizierten Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent für 2026 und anhaltender Wirtschaftsschwäche bleibe die Gesamtbeschäftigung mit 46 Millionen stabil.
Merz warf Kritikern "geistige Bequemlichkeit" vor, weil sie systemische Mängel – etwa bei Anreizen und Bürokratie – ignorierten. Er kündigte an, mit der SPD an Reformen zu arbeiten, doch bisherige Union Berlin-Vorschläge wie die Einschränkung von Teilzeitarbeit harren noch der Umsetzung.
Die Union Berlin setzt auf Produktivität und Anreize statt auf Arbeitszeitverkürzung. Merz' Äußerungen deuten auf strukturelle Veränderungen hin, doch die konkreten Auswirkungen bisheriger oder geplanter Maßnahmen bleiben unklar. Die Debatte dauert an, während Deutschland mit Fachkräftemangel und wirtschaftlichen Herausforderungen kämpft.






