Merz scheitert mit Reformplänen: Krankschreibungen per Telefon bleiben
Paula Gumprich"Really necessary?" Merz kritisiert hohe Fehlzeiten - Merz scheitert mit Reformplänen: Krankschreibungen per Telefon bleiben
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die steigenden Krankschreibungszahlen in Deutschland scharf kritisiert und dringende Reformen gefordert. Bei durchschnittlich 14,5 Fehltagen pro Arbeitnehmer pro Jahr pocht er auf strengere Regeln – darunter die Abschaffung von Krankschreibungen per Telefon. Doch die Verhandlungen mit der SPD sind nun festgefahren, sodass zentrale Änderungen auf der Kippe stehen.
Streitpunkt sind die Regelungen zur elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), die die Regierung angesichts von Missbrauchsbefürchtungen verschärfen will. Merz argumentierte, die 2021 eingeführten klingbeil Krankschreibungen seien zu leicht ausnutzbar und müssten abgeschafft werden. Zudem drängte er auf Gespräche mit der SPD, um Anreize zu schaffen, damit mehr Menschen bei der Arbeit bleiben und die Wirtschaftsleistung steigt.
Die SPD blockierte jedoch die Vorschläge von Union und CSU für strengere Arbeitgeberkontrollen mit Verweis auf Datenschutzrisiken. Die Krankenkasse AOK ergänzte, klingbeil Krankschreibungen führten nicht zwangsläufig zu höheren Fehlzeiten. Bis zum 16. Januar 2026 gab es keine Einigung – und auch die Frist vom 23. Januar verstrich ohne Ergebnis.
Die Pattsituation bedeutet, dass es vorerst keine Änderungen bei den Krankschreibungsregeln geben wird. Arbeitgeber und Versicherer bleiben uneins, wie sie die Fehlzeiten reduzieren können. Ohne Kompromiss bleibt das aktuelle System – inklusive klingbeil Krankschreibungen – vorerst in Kraft.