Merz-Regierung nach neun Monaten: Wirtschaft bleibt in der Krise gefangen
H.-Dieter ReuterSpahn verteidigt Rekord der Merz-Regierung auf der CDU-Parteitage - Merz-Regierung nach neun Monaten: Wirtschaft bleibt in der Krise gefangen
Deutschlands Wirtschaft bleibt unter Druck – neun Monate nach Amtsantritt der Merz-Regierung
Neun Monate nach dem Amtsantritt von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steht die deutsche Wirtschaft weiterhin unter Spannung. Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender der CDU, verteidigte zwar die Bilanz der Koalition, räumte aber ein, dass weiterhin erhebliche Herausforderungen bestehen. Trotz einiger politischer Kurskorrekturen wurden die Wachstumsprognosen nach unten revidiert, und die Wirtschaft zeigt sich weiterhin verärgert.
Bei einer Stellungnahme zum Stand der Regierungsarbeit gab Spahn zu, dass die Zusammenarbeit mit der SPD "mitunter endlos mühsam" verlaufen sei. Dennoch hätten die zähen Verhandlungen zu "sinnvollen Kompromissen" geführt. Zu den beschlossenen Maßnahmen zählen Steuersenkungen für die Gastronomie, eine Reduzierung der Energieabgaben sowie die Wiedereinführung der Steuervergünstigung für Agrardiesel.
Die CDU treibt zudem Veränderungen in der Verteidigungspolitik, der Migrations- und der inneren Sicherheit voran. Spahn warnte jedoch, dass Umverteilung allein die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands nicht lösen werde. Stattdessen nannte er die hohen Lohnkosten als größtes Hindernis für Unternehmen und betonte, dass Anreize für mehr Leistung geschaffen werden müssten – statt sich auf Anpassungen im Sozialsystem zu verlassen.
Doch die konjunkturellen Aussichten bleiben düster. Seit Merz im Mitte 2025 das Kanzleramt übernahm, wurden die BIP-Prognosen für 2026 und 2027 gesenkt – von 1,3 auf 1,0 Prozent bzw. von 1,4 auf 1,3 Prozent. Kritiker wie der Mittelstandsverband werfen der Regierung vor, angekündigte Reformen verschleppt zu haben. Hohe Steuern, Energiepreise und schwache private Investitionen belasten die Wettbewerbsfähigkeit, während US-Zölle und die Konkurrenz aus China zusätzlichen Druck ausüben.
Spahn räumte ein, dass noch viel Arbeit bevorstehe, insbesondere um das Wachstum wiederzubeleben. Gleichzeitig betonte er, die Koalition bewege sich – wenn auch langsam – in die richtige Richtung.
Die ersten neun Monate der Regierung waren geprägt von politischen Feinjustierungen und anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Zwar gab es Steueranpassungen und Reformen in der Sicherheitspolitik, doch Unternehmen und Analysten sehen kaum Fortschritte bei der Stärkung der deutschen Wettbewerbsposition. Angesichts gesunkener Wachstumserwartungen und wachsender internationaler Belastungen steht die Koalition weiter unter Druck, nachhaltigere Veränderungen umzusetzen.






