"Merz kann mich am Arsch lecken!" – Warum ein Transparent an der TU Berlin für juristischen Streit sorgt
Enrico Herrmann"Merz kann mich am Arsch lecken!" – Warum ein Transparent an der TU Berlin für juristischen Streit sorgt
"Merz kann mich am Arsch lecken!" – Transparent an der TU Berlin entfacht Debatte über Meinungsfreiheit und Beleidigung
An der Technischen Universität Berlin hing vergangenen Freitagabend ein Banner mit der Aufschrift "Merz kann mich am Arsch lecken!". Der Spruch, der erstmals bei einer Anti-Wehrpflicht-Demonstration im März auftauchte, hat nun eine juristische Diskussion über die Grenzen der Meinungsfreiheit und Beleidigung in Deutschland ausgelöst.
Das Transparent wurde von der studentischen Initiative EB 104 unter den Fenstern des zweiten Stocks angebracht. Die Polizei entfernte es innerhalb von 15 Stunden – ein Vorgehen, das die Gruppe später als "höchst problematisch" kritisierte. Man werfe der Behörde vor, die studentische Selbstverwaltung und die Meinungsäußerungsfreiheit zu untergraben.
Ursprünglich entstand der Slogan Anfang März bei einer Berliner Protestaktion gegen die Wehrpflicht. Seitdem hat er sich rasant verbreitet und taucht in Memes, Liedern und weiteren Demonstrationen auf. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen 18-Jährigen, der die Parole erstmals verwendet haben soll – wegen des Verdachts auf "böswillige Beleidigung und üble Nachrede gegen eine politische Persönlichkeit".
Nach deutschem Recht gilt Beleidigung als die Verbreitung unwahrer Behauptungen, die das Ansehen einer Person schädigen. Ob der Spruch "Merz kann mich am Arsch lecken" darunterfällt, bleibt umstritten. Kritiker sehen in dem Strafverfahren jedoch eine direkte Bedrohung der freien Meinungsäußerung.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Spannungen zwischen rechtlichen Grenzen und politischer Rede. Die Entfernung des Transparents und die anschließenden Ermittlungen zeigen, wie umstritten die Abgrenzung zwischen strafbarer Beleidigung und geschützter Kritik bleibt. Der Spruch selbst kursiert weiter – und hält die Debatte am Leben.






