Merz fordert radikale Rentenreform: Private Vorsorge soll Pflicht werden
Harry GirschnerBundeskanzler Friedrich Merz will Rente an Lebensarbeitszeit knüpfen - Merz fordert radikale Rentenreform: Private Vorsorge soll Pflicht werden
Friedrich Merz fordert grundlegende Reformen des deutschen Rentensystems. Sein zentraler Vorschlag: Private Altersvorsorge sollte frühzeitig beginnen, um die finanzielle Absicherung künftiger Generationen zu gewährleisten. Seine Pläne stoßen auf kontroverse Diskussionen – einige Parteien zeigen sich jedoch offen für Teile seiner Konzeption.
Die aktuelle Debatte um die Beibehaltung des Rentenniveaus bei 48 Prozent wies Merz zurück. Stattdessen betonte er die Notwendigkeit, bereits in jungen Jahren privat vorzusorgen. Selbst kleine monatliche Beträge könnten sich seiner Ansicht nach über die Jahre zu einer beträchtlichen Rente summieren, wenn sie konsequent angelegt werden.
Die oppositionelle SPD signalisierte Bereitschaft, einen seiner Ansätze zu prüfen: die Rentenberechnung an die insgesamt geleisteten Arbeitsjahre statt an ein festes Renteneintrittsalter zu knüpfen. Merz präzisierte, sein Plädoyer für längere Erwerbsbiografien richte sich nicht an Menschen in prekären Verhältnissen, sondern ziele auf eine Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Produktivität ab.
Zudem pochte er darauf, dass Sozialreformen bereits 2023 auf den Weg gebracht werden müssten, um spürbare Wirkung zu entfalten. Die Bundesregierung hat unterdessen bereits das Modell der "aktiven Rente" eingeführt: Rentner können bis zu 2.000 Euro steuerfrei hinzuverdienen, wenn sie über das reguläre Renteneintrittsalter hinaus arbeiten.
Ein neues Programm zur "aktiven Altersvorsorge" wurde 2023 zwar nicht aufgelegt, doch für 2026 sind plansparenbasierte Aktienrenten-Konten (Aktienrente) vorgesehen. Das Rentempaket 2025 bleibt die nächste große Reformbaustelle.
Merz' Konzepte setzen auf lebenslange Einzahlungen und frühe private Vorsorge, um die Rente abzusichern. Die Bereitschaft der SPD, über arbeitszeitbasierte Rentenmodelle zu diskutieren, deutet auf mögliche parteiübergreifende Ansätze hin. Bis auf Weiteres bleiben bestehende Regelungen wie der steuerfreie Hinzuverdienst für arbeitende Rentner in Kraft.






