Merz bleibt CDU-Chef – doch Merkels Auftritt stiehlt die Show
H.-Dieter ReuterWarum Merkel Merz nicht erneut gratulieren konnte - Merz bleibt CDU-Chef – doch Merkels Auftritt stiehlt die Show
Friedrich Merz sicherte sich auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart eine weitere Amtszeit als Parteivorsitzender. Die Veranstaltung nahm eine unerwartete Wendung, als die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel einen seltenen Auftritt hatte – und damit große Aufmerksamkeit auf sich zog. Ihre Anwesenheit weckte Emotionen und überlagerte für kurze Zeit die Abstimmung über die Parteiführung.
Der Parteitag begann mit Verzögerungen, nachdem technische Probleme und eine überlange Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz den Zeitplan durcheinandergebracht hatten. Dadurch verzögerte sich das Wahlergebnis um mehr als drei Stunden. Trotz der Wartezeit bestätigten die Delegierten Merz schließlich erneut im Amt.
Merkels Rückkehr zum CDU-Parteitag markierte ihren ersten Auftritt seit Jahren. Am 20. Februar 2026 saß sie während Merz' Rede in der ersten Reihe und erhielt mehrfach stehende Ovationen. Ihre Präsenz sorgte für spürbare Spannungen, denn ihr Erbe spaltet die Partei bis heute. Dennoch blieb die Stimmung ihr gegenüber herzlich – öffentliche Imageschäden für die CDU waren nicht erkennbar.
Anders als bei ihrem kurzen Besuch im Mai 2025, als sie den Parteitag früh verließ, nachdem Merz im ersten Wahlgang keine absolute Mehrheit erhalten hatte, blieb sie diesmal fast bis zum Ende. Allerdings reiste sie ab, bevor das endgültige Ergebnis verkündet wurde – angeblich, um noch den letzten Direktzug nach Berlin zu erreichen.
Merz steht nun vor der Aufgabe, eine Partei zu einen, die weiterhin mit Merkels Einfluss ringt. Ihr überraschender Auftritt, so symbolträchtig er auch war, änderte nichts am Wahlausgang. Die CDU geht mit Merz an der Spitze in die Zukunft – doch ihr Schatten bleibt über der künftigen Ausrichtung der Partei.






