03 February 2026, 14:38

Mercedes steht vor Milliardenklage wegen mutmaßlichen Dieselbetrugs

Ein Vintage-Plakat aus den 1920er Jahren zeigt einen klassischen Mercedes-Benz Wagen vor einem modernen Glasgebäude geparkt, mit zwei Personen im Auto und "Mercedes-Benz" in fetter schwarzer Schrift unten.

Former Daimler CEO Testifies in Court - Hearing Begins - Mercedes steht vor Milliardenklage wegen mutmaßlichen Dieselbetrugs

In Stuttgart bahnt sich ein großer Rechtsstreit an: Rund 200 Anleger fordern von Mercedes-Benz Schadensersatz wegen angeblichen Dieselabgasbetrugs. Die Kläger, die insgesamt 1,25 Milliarden Euro Entschädigung einfordern, haben ein Musterverfahren beim Oberlandesgericht eingereicht – eines der größten Anlegerklagen im Zusammenhang mit dem Abgasskandal bisher.

Im Mittelpunkt der Klage steht der Vorwurf, Mercedes-Benz habe zwischen 2012 und 2018 gezielt EU-Abgasvorschriften umgangen. Die Anleger werfen dem Konzern vor, illegale Abschalteinrichtungen eingebaut zu haben, was zu finanziellen Verlusten für Aktionäre geführt habe. Der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte als Zeuge aus und musste sich zu der Frage äußern, ob der Vorstand eine Strategie zur Manipulation von Abgastests gebilligt habe.

Mercedes-Benz weist alle Vorwürfe entschlossen zurück. Das Unternehmen betont, es habe keine Vorstandsentscheidung für den Einsatz verbotener Vorrichtungen gegeben, und versichert, stets alle Vorschriften eingehalten zu haben. Dennoch bleibt der Fall hochbrisant – das Verfahren läuft bereits seit Herbst 2023.

Das Musterverfahren, das ähnlich wie eine Sammelklage funktioniert, ermöglicht es mehreren Klägern, ihre Forderungen zu bündeln. Bei Erfolg könnte es einen Präzedenzfall für weitere rechtliche Schritte gegen den Autobauer im Zusammenhang mit dem Abgasskandal schaffen.

Die Entscheidung in diesem Prozess wird darüber bestimmen, ob die Anleger die geforderten 1,25 Milliarden Euro als Ausgleich für ihre Verluste erhalten. Ein Urteil gegen Mercedes-Benz könnte zudem zusätzliche Klagen nach sich ziehen und die finanziellen wie reputativen Risiken für das Unternehmen weiter verschärfen. Während Zeugenaussagen und Beweismaterial geprüft werden, steht das Urteil des Gerichts noch aus.