Mercedes bleibt Stuttgart treu – trotz US-Druck und Lockangeboten unter Trump
Enrico HerrmannMercedes bleibt Stuttgart treu – trotz US-Druck und Lockangeboten unter Trump
Vor fast einem Jahr übte die Regierung unter Donald Trump Druck auf Mercedes-Benz aus, seinen weltweiten Hauptsitz von Stuttgart in die USA zu verlegen. Bei hochrangigen Gesprächen wurden Steuererleichterungen und finanzielle Anreize angeboten, doch der deutsche Automobilhersteller lehnte einen Umzug aus der Heimat ab. Dennoch baut das Unternehmen seine Aktivitäten in den USA weiter aus – mit neuen Produktionsstätten und Forschungszentren.
Der Vorschlag kam direkt vom damaligen US-Handelsminister Howard Lattner, der sich mit Mercedes-Chef Ola Källenius traf. Im Rahmen der Verhandlungen skizzierte Lattner erhebliche Steuervorteile und weitere Vergünstigungen, um den Standortwechsel attraktiv zu machen. Källenius gab diese Details später in einem Interview beim Podcast The Pioneer Briefing bekannt.
Der Druck, den Firmensitz zu verlegen, entsprach der allgemeinen US-Handelspolitik, die sich gegen ausländische Automobilhersteller richtete. Die Führung von Mercedes-Benz wies die Idee jedoch umgehend zurück und bekräftigte ihre Bindung an Stuttgart. Das Unternehmen pflegt seit Langem enge Verbindungen zu Deutschland, auch wenn es seine Präsenz in den USA kontinuierlich ausbaut.
Mercedes betreibt bereits ein großes Produktionswerk in Tuscaloosa, Alabama, wo ab 2027 das neue GLC-Modell vom Band rollen soll. Zudem eröffnet der Konzern ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Sandy Springs, Georgia. Diese Investitionen unterstreichen das wachsende Engagement in den USA – ohne dass der Unternehmenshauptsitz verlegt wird.
Der gescheiterte Versuch der Standortverlagerung zeigt: Mercedes-Benz bleibt Deutschland treu, expandiert aber gleichzeitig in den USA. Die neue Produktionslinie in Alabama und das R&D-Zentrum in Georgia werden die amerikanischen Aktivitäten stärken. Stuttgart bleibt vorerst das unangefochtene Zentrum der globalen Unternehmensführung.