Mehrwertsteuersenkung bringt kaum günstigeres Essen in Restaurants
Enrico HerrmannMehrwertsteuersenkung bringt kaum günstigeres Essen in Restaurants
Essen gehen in Deutschland wird trotz Mehrwertsteuersenkung kaum günstiger
Ab Januar gilt für Speisen in Restaurants der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent. Doch steigende Kosten und der höhere Mindestlohn 2025 könnten mögliche Ersparnisse für die Gäste wieder zunichtemachen.
Gleichzeitig ist der Mindestlohn um etwa einen Euro auf 13,90 Euro pro Stunde gestiegen. Diese Erhöhung – zusammen mit Inflation und höheren Ausgaben – lässt viele Gastronomen zögern, die Preise zu senken.
Die Mehrwertsteuersenkung auf Restaurantessen war erstmals während der Pandemie eingeführt worden. Seit dem 1. Januar 2026 gilt sie wieder, allerdings nur für Speisen – Getränke wie Alkohol oder Kaffee sind ausgenommen. Einige Betriebe, wie das Restaurant von Eugen Traber in Bad Rappenau, wollen die Preise anpassen und Gerichte wie Pasta günstiger anbieten.
Andere jedoch werden ihre Preise stabil halten. Viele begründen dies mit gestiegenen Kosten für Energie, Zutaten und Personalkosten, weshalb sie die Steuersenkung nicht an die Kunden weitergeben. Da der Mindestlohn 2025 nun bei 13,90 Euro liegt, sind die Lohnkosten gestiegen – was die Gewinnmargen weiter belastet.
Daten zu den durchschnittlichen Speisenpreisen liegen bisher nicht klar vor. Experten verweisen auf eine hohe Unsicherheit, da Inflation und betriebliche Entscheidungen stark variieren. Zwar werden einige Restaurants ihre Preise senken, doch die meisten Gäste werden auf ihren Rechnungen kaum spürbare Veränderungen bemerken.
Die Mehrwertsteuersenkung bringt zwar eine gewisse Entlastung, doch ihr Effekt hängt von den einzelnen Betrieben ab. Wer die Preise reduziert, wird dies oft selektiv tun – meist nur bei Speisen. Für viele Restaurantbesucher bedeutet die Kombination aus höheren Löhnen und Inflation, dass Essen gehen genauso teuer bleiben könnte wie zuvor.