"Maxton Hall"-Fans stürmen Schloss - Advents-Eröffnung abgesagt
H.-Dieter Reuter"Maxton Hall"-Fans stürmen Schloss - Advents-Eröffnung abgesagt
„Maxton-Hall“-Fans stürmen Schloss – Adventsöffnung abgesagt
Offiziell überrannt: Schloss Marienburg südlich von Hannover. – Foto: Moritz Frankenberg/dpa
- November 2025, 14:11 Uhr
Schloss Marienburg, ein historisches Anwesen mit Verbindung zur Familie der Welfen, sieht sich nach seiner teilweisen Öffnung mit unerwarteten Herausforderungen konfrontiert. Der massive Besucherandrang nach der Premiere der zweiten Staffel von Maxton Hall zwang die Behörden, den weiteren Zugang an den Adventswochenenden abzusagen. Das Schloss, das derzeit umfangreich saniert wird, bleibt aufgrund von Bauschäden und laufenden Streitigkeiten größtenteils geschlossen.
Das im 19. Jahrhundert erbaute Schloss war 2004 von Ernst August Junior in eine Stiftung überführt worden. 2019 eskalierte jedoch ein Rechtsstreit, als Ernst August Senior und Junior über Pläne stritten, das Anwesen für nur einen Euro an öffentliche Träger zu verkaufen. Trotz dieser Spannungen erlaubte die Stiftung später Dreharbeiten für Maxton Hall – mit einer Sondergenehmigung der Denkmalschutzbehörden.
Am vergangenen Wochenende durften Besucher erstmals in das Foyer des Südflügels, in dem sich der berühmte Rittersaal – Schauplatz der Serie – befindet. Doch die Resonanz übertraf alle Erwartungen: Allein am Sonntag strömten rund 6.000 Menschen herbei, überlasteten die Kapazitäten und zwangen Polizei und lokale Behörden zum Eingreifen. Aus Sicherheitsgründen hatte die Bauaufsicht der Region Hannover den Zutritt zu Innenräumen bereits eingeschränkt, nachdem im Dachstuhl Hausschwamm entdeckt worden war. Der unerwartete Ansturm führte schließlich zur Absage der geplanten Öffnungen an den nächsten beiden Adventswochenenden. Vertreter der Denkmalschutzbehörde Niedersachsen, des Landkreises Göttingen, der Gemeinde Bad Salzdetfurth, der örtlichen Polizei und der Schlossverwaltung berieten in einer Krisensitzung über das weitere Vorgehen. Die vollständige Restaurierung von Schloss Marienburg wird voraussichtlich erst 2030 abgeschlossen sein. Bis dahin bleibt der Zugang stark eingeschränkt; eine baldige Wiedereröffnung für öffentliche Führungen ist nicht vorgesehen.
Die Absage der Adventsöffnungen unterstreicht den prekären Zustand des Schlosses und die Belastung durch den plötzlichen Popularitätsschub. Solange die Sanierungsarbeiten andauern und die statischen Risiken nicht behoben sind, hängt weiterer Publikumsverkehr von Sicherheitsbewertungen ab. Bis auf Weiteres bleibt Marienburg weitgehend geschlossen – seine Zukunft verbunden mit den Restaurierungsbemühungen und dem Erbe der Welfen.